28.06.09

Gold für Voltige-Gruppe "Garten 3" in Wermatswil

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Herzliche Gratulation dem ganzen Team - und auch dem Pferd...
Mehr zum Thema Voltige

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05.04.09

Der Dampfkochtopf und die Tibeter

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Der Tösstaler Unternehmer Jacques Kuhn gehört zu den interessantesten Persönlichkeiten der Region: Der 90jährige Ex-Patron der Pfannenfabrik Kunn-Rikon erzählte im Kulturapero vom 5.April in Rikon aus seinem Leben und seinem Engagement für die Sache der Tibeter. Sternenjaeger bringt exklusiv die Aufzeichnung des Gesprächs als Podcast.

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Jacques Kuhn: Die Geschichte der Kuhn-Rikon AG und die Tibeter im Tösstal (ca 90 Minuten, 96 MB)

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08.01.09

Maggie Tapert und das Werkbuch für Jungen

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Sie irrlichtert als Sex-Experin durch die Medien, mit skandalverdächtigen Aktionen, die dann aber meist ganz harmlos sind: Die Sex-Expertin Maggie Tapert. Zufälligerweise hab ich gerade ein Exemplar des "Werkbuch für Jungen in der Tasche" und zeige es ihr....

Nein, die beiden Dinge habe nichts miteinander zu tun. Oder doch? - Hier könnte es kompliziert werden. Wie auch immer: Maggie Tapert ist eine angenehme und kluge Frau. Mit ihren Aktionen stösst kitzelt sie immer wieder - wohl nicht ganz ungewollt - den Skandal-Nerv der Medien. Ihre Mission: Sie sexuelle Erfüllung der Frauen. Gut so, aber hattetn wir das nicht schon in den 70ern?

Im Gespräch mit Stefan M.Seydel über rebell.tv kommt sie ganz am Schluss vor. Wie auch immer, dort wird sie demnächst ausführlicher zu hören sein. Man achte dann übrigens auf die Fragen des Interviewers...

Ok - und Maggie Tapert schreibt sich nur mit einem p - http://www.maggietapert.com/
und im Interview mit rebell.tv

Posted by dominik at 22:32 | Comments (0)

03.01.09

Ein Stern mit Namen Joseph Schmidt

Vom Tenor Joseph Schmidt (1904-1942) war hier auch schon die Rede. Nun kommt zum Bild eine neue Façette dazu - es gibt auch einen Stern mit seinem Namen, teilt der Leiter der Winterthurer Sternwarte Eschenberg, Markus Griesser, kurz vor Weihnachten 2008 mit.

Markus Griesser ist nicht nur Leiter der Sternwarte, sondern einer der erfolgreichsten Asteroiden-Jäger. Asteroiden sind Kleinplaneten, oftmals lange unsichtbar und deshalb auch nicht beschrieben. Bis sie dann eines Tages gesichtet werden und bei genau einer solchen Sichtung spielte auch Griesser eine Rolle: 1991 wurde der Kleinplanet, um den es hier geht, vom deutschen Astronomen Freimut Börngen zum ersten Mal gesichtet.

2005 bis 2007 konnte dann Markus Griesser eine so genannte Follow-Up Messung machen und das neue Gestirn bestätigen. Dem Entdecker - in diesem Fall dem deutschen Astronomen, steht das Recht der Namensgebung zu. Dass Freimut Börngen hier den Namen Josph Schmidt wählte, sei kein Zufall, schreibt Griesser in einem unveröffentlichten Artikel.

"Zahlreiche seiner Entdeckungen erinnern an Opfer der Nazi-Diktatur, obwohl diese Namensvorschläge beim zuständigen Komitee der International Astronomical Union IAU wegen ihren klar politischen Bezügen nicht gern gesehen sind. Doch Börngen, der einen Grossteil seines Berufslebens in der DDR verbracht und viel Unrecht gesehen hat, hob nach der Wende unbeirrt Geächtete und Verfolgte des Nazi-Regimes und zugleich so geschichtsträchtige Namen wie Stauffenberg oder Bonhoeffer an den Himmel. Er setzte so diesen und vielen weiteren profilierten Persönlichkeiten ein würdiges Denkmal. "

"Ein Lied geht um die Welt" ist der vielleicht berühmteste Titel des deutschen Sängers, der 1942 im Internierungslager Girenbad im Zürcher Oberland verstarb. Schmidt ist auf dem israelitischenFriedhof Friesenberg in Zürich begraben. Sein Grabstein trägt die Inschrift "Ein Stern fällt - Josef Schmidt, Kammersänger, 1904-1942"

Reisenotizen Ukraine: Czernowitz und Joseph Schmidt
Asteroiden-Beobachtungen der Sternwarte Eschenberg
Joseph Schmidt Artikel Wikipedia

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06.07.08

STEIM und Michel Waisvisz: Gespräch mit dem Medienwissenschafter Andreas Otto

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"Eine einzigartiges Institution" nennt der Lüneburger Medienwissenschafter Andreas Otto das Amsterdamer Studio STEIM, das seit bald 40 Jahren massgeschneiderte Schnittstellen für Musiker entwickelt

Andreas Ott, der selber auch als Musiker tätig ist, beschäftigt sich im Rahmen seiner Magisterarbeit mit dem Amsterdamer Studio. Er hat die erste umfassende Dokumentation dieser einzigartigen Einrichtung geschaffen. STEIM ist zur Zeit in einer schwierigen Situation, der Staat droht mit dem Entzug der Subventionen. Ein Entzug wäre wohl das Ende des Studios.

Andreas Otto fällt mit seiner Arbeit eine Lücke, die es in dieser Form eigentlich hätte geben dürfen. Im Klartext: Zu den grossen Defiziten des Amsterdamer Studios gehört die fehlende Dokumentation. Es gibt kaum Bücher, Aufsätze und auch im Internet findet sich Wenig, zu wenig gemessen an der künstlerischen und gesellschaftlichen Bedeutung dieser Institution.

Die Magisterarbeit von Andreas Otto ist zwar abgeschlossen, aber noch nicht veröffentlicht. Sie soll später in ausgebauter Form, ev. auch als Dissertation, publiziert werden.

Das Gespräch mit dem Lüneburger Medienwissenschafteer Andreas Otto als digitalbrainstorming Podcast (35 Min - 35 MB)
Pingipung - Homepage von Andreas Otto

Playground-Touch 2001 im Berner Kornhaus
Bisher unveröffentlichte Bildserie von Michel Waisvisz vom Berner Konzert am 11.September 2001
Die Seite von STEI M, Amsterdam

Vgl. dazu auch: Dominik Landwehr: Töne ohne Tasten - zu Besuch bei STEIM in Amsterdam vom 14.April 2000

Posted by dominik at 10:38 | Comments (0)

29.06.08

Meisterkurs mit dem Arditti Quartett in Blonay

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Zeitgenössische Musik für Streichquartett - eine kleine und wenig populäre Nische des aktuellen Musiklebens. Und die Passion des in London lebenden Musikliebhabers Leo Hepner. 2006 hatte er in Blonay einen ersten Workshop für diese Musik organisiert, in diesen Tagen den zweiten, mit einer Handvoll ganz junger Komponisten aus der ganzen welt.


Der Gründer, Spiritus Rector und Mäzen des 2nd Blonay Workshop for Contemporary Quartet Music 2008, Leo Hepner, dessen Pro-Bio Foundation dieses Projekt trägt.

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Fest dabei als Composer in Residence der deutsche Komponist Wolfgang Rihm und das Londoner Arditti Quartett.

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Und als Gäste eine Gruppe junger Komponisten: Birke Bertelsmeier aus Deutschland

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Sowie

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Christopher Moore aus den USA
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Felipe Lara aus Brasilien
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Patricia Sucena de Almeida aus Portugal

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Milica Djordjevic aus Serbien

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Und zum Schluss ein Stimmungsbild mit zwei Mitgliedern des Arditti- Quartetts:

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Alle Fotos Dominik Landwehr Winterthur: www.peshawar.ch - www.sternenjaeger.ch - www.mythos-enigma.ch

Weitere Bilder

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19.05.08

Hier entstand Picassos Wandbild "Guernica"

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Guernica ist der Name einer Stadt, die 1937 im spanischen Bürgerkrieg von der faschistischen deutschen Legion Condor zerstört wurde. Guernica steht auch für eines der berühmtesten Bilder von Picasso. Er malte es in seinem Atelier an der Rue Augustin im Quartier Latin.

Das Haus und das Atelier lassen sich besichtigen - das Haus beherbergt heute eine Primarschule, ein Schild weist auf seinen früheren Bewohner hin. Wir steigen in den Dachstock. Ein grosser Raum, zu unserer Überraschung ist hier nicht einmal besonders viel Licht. Die Fenster geben den Blick auf die Dächer von Paris. Es gibt wohl so etwas wie einen Genius Loci. Ist es wichtig zu wissen, in welchem Atelier ein berühmtes Bild gemalt wurde?

Wikipedia-Artikel "Guernica"
Link zum Bild "Guernica"

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Posted by dominik at 08:14 | Comments (0)

Das Rätsel des Labyrinths von Chartres

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Das Labyrinth-Motiv im Garten der grossen Kathedrale von Chartres bei Paris. Die Gartengestaltung nimmt das mittelalterliche Labyrinth im inneren der Kathedrale auf, das sich dem Zuschauer nicht so einfach erschliesst.

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Die Labyrinth-Darstellung ist nämlich im Fussboden zu finden und dieser ist gewöhnlich von Stühlen verstellt. Aber auch ohne sie, wäre die Darstellung nicht sofort ersichtlich. Wie kommt ein Labyrinth in eine gotische Kathedrale? - Nun, man darf annehmen, dass die mittelalterlichen Gestalter damit eine jenseits-bezogene Metapher in ein Bild fassen wollten. Labyrinthe sind seit der Antike bekannt, besonders beliebt waren sie auch im Mittelalter und eine Labyrinth-Darstellung in einer Kathedrale ist nicht ungewöhnlich, finden sich solche doch auch in Amiens oder im Dom von SIena.

Das Motiv von Chartres taucht in der Umgebung nicht nur im Garten auf, ein Labyrinth-Darstellung findet sich auch auf der Sammelbüchse am Eingang der Kirche...

Mehr zum Thema Labyrinth auf der Seite www.mymaze.de

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Posted by dominik at 07:59 | Comments (0)

11.05.08

Die Poesie der Rhododendren

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Sie blühen nur einmal im Jahr und auch dies nur für kurze Zeit: Die Rhododendren. Auf also in Seleger Moor im Knonauer Amt. Zu entdecken gibt es neben der Pracht der blühenden Pflanzen auch die Poesie dahinter...

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Eine sachliche Information, dem Gartenfreund bestimmt vertraut, für alle anderen aber Poetik pur, zwischen Rainer Maria Rilke und Hugo Ball. Spätromantisch oder dadaistisch - you choose:

"Die Rhododenren sind sehr triebwillig und haben schlafende Augen wie die Rosen."

Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Gleich noch einmal:

"Die Rhododenren sind sehr triebwillig und haben schlafende Augen wie die Rosen."

Wer selber sehen und lesen will: Hier gehts zum Seleger Moor

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Posted by dominik at 16:29 | Comments (0)

04.05.08

Reisenotizen Südfrankreich 3: Austern Kult und Austern-Kultur

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Meine erste Auster hab ich als 16jähriger während eines Urlaubs mit meinen Eltern in der Bretagne gegessen. Seither lässt sie mich nicht mehr los: Austern - das heisst Ferien, Meer, frische Luft...

Und gahz offensichtlich bin ich nicht allein damit: Kein Besuch an der Küste und kein Besuch im Bistro in Paris ohne "Une Douzaine" mit einem oder lieber zwei Gläsern trockenem Weisswein...

Ein bisschen kultig ist es schon, das Austern-Essen. Gerade im Süden, etwa rund um die Hafenstadt Sète wird das Austern-Essen ausgiebig gepflegt. Kein Wundern: Hier wachsen sie, nicht wild, sondern kultiviert, im "Etang de Bouziges", der eigentlich weniger ein Teich als vielmehr ein wenig tiefer Binnensee ist. Ich weiss, die erste Qualität kommt aus der Bretagne und vielleicht muss ich dorthin mal eine kleine Gourmet-Tour unternehmen...

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Austern zu essen ist kultig und dabei erinnere ich mich an den schönen Aufsatz des französischen Kulturphilosophen Roland Barthes über das Steak essen, über das rote Fleisch. Auch hier wird ja mehr gegessen als nur Fleisch und genau so ist es wohl auch beim Austern essen: Der Genuss eines "Douzaine" ist Teilhabe am grossen Mythos des Meeres.

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Reisenotizen Südfrankreich 2: Denk-Mäler

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Ein unauffälliges Schild im Hafen von Sète: Er erinnert an das Auslaufen des Emigranten Schiffes "Exodus" am 11.Juli 1947. Nein, auch als mehrmaliger Besucher dieser kleiner Stadt hatte ich das nicht gewusst. Und unsere Reaktion zeigt die Wichtigkeit solcher Zeichen, Teil einer umfassenden Erinnerungskultur, die gerade in Frankreich intensiv gepflegt wird.

Das Schiff, das am 11.Juli 1947 mit 4530 jüdischen Emigranten an Bord den Mittelmeerhafen Sète mit Kurs Palästina verliess, hiess eigentlich das eigentlich "President Warfield". Die Emigranten erreichten aber ihr Ziel nicht, das Schiff wurde nach einer erbitterten Auseinandersetzung zurück nach Europa geschickt. Der Skandal um das Flüchtlingsschiff, das auch die Vorlage für den berühmten Roman von Leon Uris lieferte, beeinflusste die Diskussion um die Gründung des Staates Israel vor 60 Jahren. Und meine Informationen, auch dies sei hier gesagt, stammen aus der NZZ am Sonntag (wo irrtümlicherweise Marseîlle als Ausgangspunkt genannt wird) und dem Exodus-Eintrag in der Wikipedia.

Auch dem flüchtigen Reisenden fällt sie auf, die Erinnerungskultur, die hierzulande intensiv gepflegt wird. Besonders stolz ist man in der Gegend von Béziers nicht nur auf den Konstrukteur des Canal du Midi, Pierre-Paul Riquet, sondern auf Jean Moulin, den leitenden Kopf der französischen Résistance: Jeder Ort, jede Stadt hat eine Strasse oder eine Schule, die nach ihm benannt ist.

Jede Dorf, und damit schliesen meine Denkmal-Betrachtungen, hat auch sein Kriegsdenkmal. Immer im Kern des Dorfes und immer mit einer langen Namensliste der Gefallenen der beiden Weltkriege. Öfters erhält man den Eindruck, dass namentlich der Erste Weltkrieg eine ganze Generation ausgelöscht hat.

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03.05.08

Reisenotizen Südfrankreich 1: Blumenmarkt in Florensac oder: Wie wird man Oliven-Berater?

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Besuch am Blumenmarkt von Florensac - ein kleiner Ort zwischen Béziers und Sète: Es ist durchaus ernst gemeint, was dieser vielfältige Künstler anbietet: Er arbeitet nämlich nicht nur als Literat, sonderen auch als Oliven-Berater. Oléoculteur, wie man hier sagt.

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Und eigentlich ist es auch gar nicht ungewöhnlich: Wo Milchwirtschaft überwiegt, gibt es Beratungsdienste für Landwirte und warum soll es solche Beratungsdienste nicht auch für Olivenbauern geben. Nein, ungewöhnlich ist die poetische Art, wie der Künstler - und um einen solchen handelt es sich offensichtlich - seine Dienstleistung anbietet: Venez-me parler de votre olivier! - Erzählen sie mir von ihrem Olivenbaum! - Gerne wäre ich der Einladung gefolgt, nur leider besitze ich keine solchen Bäume.


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Der Blumenmarkt von Florensac an diesem warmen Sonntagmorgen Ende April - eine Freude für die Augen und auch wer keine Blumen kaufen kann oder will - wie würden wir sie auch nur heimtransportieren - kommt wunderbar auf die Rechnung....


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07.04.08

Störbrenner Wuffli aus Winterthur-Seen

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Der Störbrenner Wuffli aus Winterthur-Seen ist fast vor unserer Haustür in Winterthur-Iberg mit seiner mobilen Brennerei. An Arbeit fehlt es nicht: Gegen 50 blaue Fässer stehen da, gefüllt mit Obst vom letzten Herbst, das nun die Wintermonate friedlich vor sich hingegärt hat...

Es sieht aus wie im Bilderbuch. Geheizt wird natürlich mit Holz und das braucht es offenbar in rauhen Mengen. Der Störbrenner verarbeitet Obst der Bauern? - Fehlanzeige. Längst sind es mehr Private, deren Obst hier im Kessel destilliert wird.

Das eine oder andere verkauft Wuffli auch selber und sein mobiler Schnapsladen könnte es mit manch edlem Geschäft in der Innenstadt aufnehmen. Nicht überall weiss man auf Anhieb, was sich hinter den phantasievollen Namen verbirgt. Chrüter, Holunder, Kirsch, Marc, Pflümli, Quitten, Williams und Zwetschenwasser. Das verstehen wird. Auch unter Chümi (Kumin) können wir uns etwas vorstellen. Was aber ist Engelbrunz? (Engelpisse) Oder Anti-Vogelgripptin? - Und dann gibts auch falsche Fährten: Zitröndler ist kein Zitronenschnaps, sondern ein Schnaps, der aus Usteräpfel gebrannt wird. Usteräpfel? - Gibts nur auf dem Markt zu kaufen und wer die seltene Köstlichkeit nicht zu Schnitz und Drunder verarbeit, der bringt sie eben zum Verschnapsen.

Ja und dann wäre dann noch das Anti-Vogelgripptin: Schnaps mit Tannenschösslingen. Wirkt garantiert. Nur den Engelbrunz, was das ist, muss ich Bauer Wuffli beim nächsten Besuch fragen. Ist ja immer gut, einen Vorwand dafür zu haben.

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05.04.08

Die Faszination der Musikroboter

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Robotershow mit digital brainstorming vom Migros-Kulturprozent im Zürcher Kunstraum Walcheturm. Hier gibts mehr - darunter auch ein Audio-interview mit dem Roboter-Forscher Rolf Pfeifer

Ein gelungener Abend im digitalbrainstorming im Walcheturm in Zürich

Fasziniert war buchstäblich jung und alt. Hier im Bild: Prof.Dr.Rolf Pfeifer, Leiter des Artificial Intelligence Labors der Universität Zürich. Auch er ganz offensichtlich angetan von den phantastischen Kreationen.

Audio-Interview mit Prof.Rolf Pfeifer (12 Minuten, 11 MB)
Mehr Bilder in der Fotogalerie

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http://www.digitalbrainstorming.ch/programm/roboband

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Posted by dominik at 23:11 | Comments (0)

31.03.08

Mythos Enigma: Bald als Buch

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Kleines Geheimnis: Bald keins mehr. "Mythos Enigma" erscheint als Buch, demnächst im Transcript Verlag Bielefeld

Hier schon mal die Vorschau

Die Entschlüsselung der deutschen Chiffriermaschine »Enigma« durch die Briten gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen des Zweiten Weltkrieges ? erst 1974 wurde die Öffentlichkeit über die erfolgreichen Bemühungen informiert. Seither ist das Interesse an der »Enigma« bei Laien und Fachwelt ungebrochen. »Mythos Enigma« geht dieser Faszination in einer Feldstudie nach und nimmt die Spuren der Maschine nicht nur in Deutschland, England und in den USA, sondern auch in der Schweiz auf: Dass die geheimnisvolle Maschine aus Deutschland auch in diesem neutralen Land benutzt wurde, war bisher kaum bekannt. Die Motive von Wissenschaftlern, Sammlern und Zeitzeugen mögen unterschiedlich sein, ihre Bemühungen kommen aber auf eine geheimnisvolle Art am Schluss wieder zusammen. Ähnliches lässt sich von fiktionaler Literatur und Filmen sagen, die das Thema aufgreifen. Die Faszination von »Enigma« (lat. »Geheimnis«) ist eine Chiffre für unseren Umgang mit
dem Geheimen.

Hier gehts zur Seite des Transcript-Verlags

Und alles weitere: auf www.mythos-enigma.ch

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29.03.08

Petrol, Supermax + Rozzobianca die Musikroboter

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Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Ab dem 2.April stehen die Kreationen von Daniel Imboden, Renato Grob und Lisette Wyss im Zentrum der Aufmerksamkeit. Oben im Bild ist Daniel Imboden zu sehen ...

Es sind mehr oder weniger sonderbare Musikroboter: Daniel Imbodens Kreationen heissen Petrol und Supermax. Warum? - Einer der Roboter hat eine Petrolkanne als Bauch, der andere einen alten Staubsauger namens Supermax...

Ebenso abenteuerlich auch die Kreationen von Rozzobianca. Die Musikerin Lisette Wyss und der Bühnenbauer und Techniker Renato Grob arbeiten hier im Team und haben ihre Schöpfung auch schon im Rahmen der Punk-Show Robodock in Amsterdam gezeigt.

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Zu sehen sind all diese Robo-Kreationen im Rahmen des digital brainstorming in Bern, Basel und Zürich

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der Kreation "Rozzobianca" von Lisette Wyss und Renato Grob

Posted by dominik at 09:11 | Comments (0)

Musik-Roboter-Phantasien: Animusic

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Nicht jeder Roboter-Traum lässt sich verwirklichen. Jedenfalls nicht in Realität. Anders siehts auf dem Bildschirm aus. Das ist das Rezept der US Animations-Gruppe von Animusic: Sie schaffen es, die unmöglichsten Phantasien in Musik und Bilder umzusetzen...auf dem Bildschirm.

Da gibts zum Beispiel die oben gezeigte nstallation mit Pingpong-Bällen: Blitzschnell spuckt eine ganze Armada von Maschinen solche Bälle aus - und lässt sich auf Perkussions-Instrumente fallen. Das ganze geht mit atemberaubendem Tempo und höchster Präzision, ein Fest für Aug und Ohr.

In einer anderen Phantasie ist der Resonanzkasten eines Saiten-Instrumentes zu sehen, dem eine fast obszöne Vielzahl von Saiten-Hälsen entwachsen. Roboterhände greifen die Saiten ab und nochmals andere Roboterhände zupfen die Saiten an. Zu hören ist ein ganz manierliches Konzert, das an Gitarrenmusik erinnert und etwas weniger wild tönt, als es aussieht.

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Von Animusic finden sich jede Menge Clips auf Youtube. Und natürlich hat die Gruppe auch eine eigene Internetseite und verkauft DVD.

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15.03.08

München machts vor: Rauchverbot im Bahnhof

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München Hauptbahnhof, Freitag 14.März 2008

So gehts - wann auch bei uns?

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Posted by dominik at 18:16 | Comments (0)

20.02.08

Turi Honegger: Verdingbub, Journalist, Erfolgsautor im Kulturapero in Kollbrunn

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Er kommt von ganz unten: »Du bist das Kind einer Hure« hat man ihm als Bub gesagt, von seiner Mutter getrennt und als Verdingkind weg gegeben. Immer wieder hat er darüber geschrieben: Der Schmerz über das erlittenes Unrecht, so hat er gelernt, geht nicht weg, wenn man darüber schreibt. Aber er kriegt einen Namen. Turi Honegger erzählt am nächsten Kulturapero am Sonntag 2.März im Sonnenhof in Kollbrunn aus seinem Leben, liest aus seinen Büchern und stellt auch sein neuestes Werk »Der rote Huber« vor.

Wer kennt ihn nicht: Den 1924 geborenen Schriftsteller aus dem Zürcher Oberland, der 1974 mit seinem Buch ?Die Fertigmacher? zum ersten Mal über seine Kindheit als Verdingbub geschrieben hat. Das Thema hat ihn nie mehr losgelassen. 2004 wurde es auch zum Mittelpunkt im bewegenden Filmdokument ?Turi? der Sirnacher Journalistin und Filemacherin Lotti Wohlwend. Sein Buch von 1974 gilt heute als Klassiker der neueren Schweizer Literatur und würde kürzlich von Charles Linsmayer neu herausgegeben.

Im neusten Buch zeigt sich der Autor aber von einer anderen Seite. Unter dem Titel ?Der rote Huber? sind im Verlag Huber Frauenfeld eine Reihe von Reportagen und Erinnerungen von Honegger erschienen. Die Geschichten und Reportagen decken die Zeit zwischen den 30er und den 70er Jahren dar und sind ein bewegendes Stück Schweizer Geschichte. Da gibt es die kleine Anekdote von Henry, dem Berliner Bub mit dem geschliffenen Mundwerk, der eine Zeitlang bei Turi und seinen Pflegeeltern in Rüti wohnte und der Familie zuerst einen Hauch der weiten Welt und später von der Hitler-Begeisterung mitbrachte und eines Tages mit sanfter Gewalt vom Schulhausdach entfernt werden muss? Die Geschichte von den neuen Glocken der katholischen Kirche zeigt etwas über die Feindschaft, mit der sich Katholiken und Protestanten vor noch nicht allzu langer Zeit gegenüberstanden und man fragt sich unwillkürlich, ob uns die Diskussionen zwischen Christentum und Islam in 50 Jahren nicht ebenso überholt erscheinen mögen?.

Berufslehre oder Studium gabs für Turi Honegger nicht. Umso eindrücklicher erscheint deshalb eine Begegnung des Autors ? es dürfte in den 50er Jahren gewesen sein ? mit dem grossen Schauspieler Heiri Gretler, der den damaligen Bauernknecht Honegger ermunterte, die Schauspielerei zu betreiben. Später gelingt dem sprachbegabten jungen Mann der Einstieg in den Journalismus, ausgerechnet beim frisch gegründeten Boulevardblatt Blick. Schlitzohrig und witzig gibt?s hier reichlich gemischte Kost, etwa zu einem Berlin-Besuch mitten im Kalten Krieg zu hören. Die Flugzeugtkatastrophe von Dürrenäsch, die am 4.September 1963 einen Viertel der erwachsenen Dorfbevölkerung von Humlikon auslöschte, erschütterte die Schweiz und auch den jungen Reporter, der viele Leute im Dorf persönlich kannte. Honegger schreibt damals wie heute nicht distanziert-sachlich, sondern engagiert, persönlich, mit-betroffen, egal ob er über den Sechstagekrieg in Israel berichtet oder über den Selbstmord einer jüdischen Frau in Zürich. Als mitdenkender und mitfühlender Zeitgenosse, der etwas zu sagen hat, nicht zuletzt weil er auch selber einiges mitgemacht hat.

Dominik Landwehr

Der Anlass in Kollbrunn wird von der Kulturkommission Zell organisiert und von der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich mitunterstützt.

Sonntag, 2.März 2008 ? 11.15 ? 13.00 Restaurant Sonnenhof
Eintritt: Erwachsene Fr. 25.00 / Jugendliche Fr. 15.00
(inkl. 1 Kaffee und 1 Gipfeli) Bücherverkauf im Anschluss an den Anlass. Der Autor signiert auf Wunsch gerne seine Bücher.
Das im Text erwähnte neue Buch von Arthur Honegger ?Der Rote Huber? erschien 2007 im Verlag Huber Frauenfeld und ist über den Buchhandel erhältlich

www.toesstal.ch

Kontakt:
Dominik Landwehr: Email dlandwehr@bluewin.ch ? Mobiltelefon 079 411 59 17

Posted by dominik at 21:34 | Comments (0)

12.02.08

Fotokommentar zu Charlie Wilson's War

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Charlie Wilsons Krieg - zur Zeit in den Kinos zu sehen. Der Film spielt zwischen 1980 und 1988, zur Zeit des Afghanistan Krieges und zeigt mit wie blind und blauäugig die USA in diesen Krieg gezogen sind - mit bekannten Folgen.

Das Bild entstand 1988 im IKRK Spital von Quetta. Hier ist es in ganzer Grösse zu sehen.

Zur Entstehung des Bildes: Ich war in jener Zeit als IKRK Delegierter in Peshawar stationiert und jeden Tag im Spital für Kriegsverletzte. Meist mit Besuchern. Das Bild entstand aber nicht in Peshawark, sondern in Quetta. In jenem Sommer 1988 nahm ich mir einen ganzen Tag Zeit und verbrachte viele Stunden mit den Patienten und ihren Angehörigen im IKRK Spital von Quetta, übrigens ohne Übersetzer. Die Afghanen hatten keine Scheu vor der Kamera, im Gegenteil, sie liebten es, fotografiert zu werden. Bei meinen Fotos ging es mir nicht darum, Kriegsfolgen, Verstümmelungen und Verletzungen zu dokumentieren. Ich habe das zwar auch gemacht und diese Fotos berührten mich nicht. Was ich zeigen wollte, war menschliche Zuwendung. Als ich die Szene mit dem riesigen Mann im Turban, der dem schwerverletzten Buben zu essen gibt gesehen hatte, wusste ich: Das ist mein Bild.

Zur Geschichte: Der Junge stammt aus der Gegend von Kandahar. Beim Schafe Hüten berührte er einen Gegenstand am Boden. Es war eine Landmine. Sie riss ihm beide Hände ab und zerstörte sein Augenlicht. Der Mann neben ihm, ist sein Onkel. Ich kenne weder den Namen des Jungen, noch den seines Onkels. Der Bub von damals muss heute um die 30 Jahre alt sein. Was hat er seither erlebt? Ist er überhaupt noch am Leben?

Dieses Foto ist für mich das beste Bild, das ich je gemacht habe. Vielleicht das einzige wirklich gute Foto, das mir überhaupt gelungen ist.

Siehe auch: "Zeindlers Agentroman von 1993" und "Im Versteck von Osama bin Laden"

Posted by dominik at 22:56 | Comments (0)

10.02.08

Begegnung am Julier - 8.2.2008 - 15.00 Uhr

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Posted by dominik at 12:27 | Comments (0)

Meduoteran: Traum-Klänge aus dem Balkan

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Meduoteran - das sind zwei Musiker aus Winterthur, mit Wurzeln in Serbien und Anatolien. Tiefsinnig, melancholisch, virtuos. Zu hören gestern an unerwartetem Ort: In einer stilligelegten Fabrik im Tösstal, in der Loft von Kollbrunn

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Das Konzert im Rahmen des Programms der Kulturkommission Zell war das Produkt einer wirklich zufällig Begegnung mit der umtriebigen Kreuzlinger Kulturagentin Susanne Gisin im Intercity zwischen Paris und Basel. Susanne Gisin ist alles andere als kontaktscheu und bringt es fertig, ihre Begeisterung schnell auf andere zu übertragen. Trotzdem bin ich zurückhaltend - immerhin verspreche ich mir die CD, die sie mir zusteckt, zu hören. Und das mach ich dann auch und bin sofort elektrisiert von dieser Musik. Und ein bisschen lokalpatriotischer Stolz - die beiden Musiker haben in Winterthur ihr Musikstudium vollendet - schwingt auch mit.

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Nur: Wer will sich in Kollbrunn ein Konzert von Meduoteran anhören? - Von zwei Musikern, deren Namen wir nur mit grösster Mühe aussprechen können: Srdjan Vukasinovic und Taylan Arikan heissen die beiden. Srdjan stammt aus Serbien und spielt Akkordeon, Taylan aus Anatolien, er spielt das traditionelle Saiteninstrument Saz, das er übrigens im Lauf des Konzerts laufend umstimmt.

Nun denn: es hat funktioniert: Die Loft in Kollbrunn war abends um halb neun bis zum letzten Platz besetzt von einem wunderbar gemischten Publikum: Leute aus dem Dorf, Angehörigen der Musiker, Profis aus der Musikszene, welche die beiden Newcomer mit Argusaugen beobachten...

Ein beglückender Abend - mit unbekannter Musik, unverbrauchten Klängen, mit zwei jungen, frischen Gesichtern. Man wird noch von den beiden hören.

Mehr Fotos

Pressetext: Meduoteran Kollbrunn 9.2.08

Meduoteran Website
Appassionate Kulturmanagement - Susanne Gisin Kreuzlingen

Posted by dominik at 08:55 | Comments (0)

05.01.08

Medienkünstler Glenn Gould

Es ist für einen Laien schwer festzustellen, was von den zahlreichen Geschichten um den kanadischen Musiker und Bach Interpreten Glenn Gould Mythos und was Wahrheit ist. Vielleicht ist es auch nicht so wichtig. Der schon 1984 verstorbene Glenn Gould passt wie kein zweiter klassischer Musiker ins Internet- und Computerzeitalter und das Netz hält phantastische Ressourcen über den ungewöhnlichen Mann bereit.

1932 geboren, 1982 verstorben, 1964 hat Glenn Gould aufgehört Konzerte zu geben und hat nur noch Aufnahmen gemacht; Aufnahmen, die er selber mit den damaligen Mitteln der Tonbandverarbeitung veränderte, zusammenschnitt, optimierte. Mathematisch, sachlich, kalt hat man sein Spiel genannt. Wer heute etwa seine berühmte Interpretation der Goldberg Variationen von Bach hört, kommt zu einem anderen Schluss: Emotionalität durch Analyse, könnte man sagen. Mir scheint, als würde man in seinem Spiel die Musik sehen.

Es passt zur Figur dieses Musikers, dass sich die NASA entschied, an Bord der Raumsonde Voyager eine seiner Aufnahmen eines Stücks aus dem Wohltemperierten Klavier von Bach (Präludium und Fuge in C-Dur) mitzugeben. Verwandt mit dieser Geste, wenn auch ungleich umfangreicher, ist seine Hinterlassenschaft im Netz, gesammelt im Glenn Gould Archiv. Hier finden sich zwar nicht seine grossen Interpretationen von Bach, dafür aber seine letzte Einspielung mit den Balladen und Rhapsodien von Brahms sowie eine Reihe von scheinbar zufälligen Neben und Abfallprodukten - etwa das Ausprobieren eines Flügels vor dem Konzert mit verschiedenen kleinen Musikstücken.

Inspiriert zu diesem Eintrag hat mich eine Sendereihe mit einer dreiteiligen Hörspielproduktion zu Glenn Gould, welche Radio DRS "zwischen den Jahren" ausgestrahlt hat. Anlass war der 75. Geburts- und 25. Todestag des Pianisten. Das Radio-Feature von Michael Stegemann gibt es bei Sony BMG zu kaufen. Zu finden in Sternenjaegers Bookshop.

Glenn Gould Foundation
Glenn Gould Archive

Englischer Wikipedia Eintrag zu Glenn Gould
Deutscher Wikipedia Eintrag zu Glenn Gould

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Posted by dominik at 16:53 | Comments (0)

01.12.07

Der Papst als Vorbild

Der Papst als Vorbild. Keine Provokation und keine Angst - keine Papst- oder Gotteslästerung. In einem langen Interview mit dem Privatsekretär von Papst Benedikt XVI Georg Gänswein habe ich eine bemerkenswerte Stelle entdeckt. Es geht um den Umgang mit der Zeit, ein Thema, das wohl nicht nur mich gelegentlich plagt. Hier nun das Rezept aus Rom:

Es ist ruhiger geworden im Palazzo Apostolico. Benedikt XVI. hat die Zahl der Audienzen deutlich reduziert und selten Gäste zu Tisch. Ausgerechnet unter einem Deutschen wird weniger gearbeitet?

Es wird nicht weniger gearbeitet, sondern konzentrierter. Der Papst ist ein straffer und schneller Arbeiter. Dazu braucht er aber Zeit: zum Lesen, zum Studium, zum Gebet, zum Nachdenken, zum Schreiben. Das geht nur, indem man vieles strafft, manches verändert oder auch streicht, um des Wichtigeren willen.

Peter Seewald:Der Papstflüsterer. In: Das Magazin 47, 2007.

Posted by dominik at 08:59 | Comments (0)

28.11.07

La Romandie n'existe pas

Die Romandie gibts nicht - La Romandie n'existe pas. Fertig.

Das sagt Martin Heule, Westschweiz-Korrespondent von Schweizer Radio DRS-2 - er lebt seit Jahren in Lausanne. Sein Text - exklusiv beim Sternenjäger - ist gleichzeitig amüsant und klug. Beobachtungen aus dem Alltag jenseits des Rösti-Grabens.

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Posted by dominik at 20:55 | Comments (0)

23.11.07

Gegen Novembergrau: Karpis witzige Kurzfilme

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Vor 30 Jahren fragte Mani Matter "Werum sid ihr so truurig?" (Warum seid ihr so traurig?) - und vielleicht gibt es heute noch mehr Antworten als gestern. Zum Glück ist gegen den November-Blues ein Kraut gewachsen - eins davon: Die schrägen Kurzfilme von Karpi

Mein persönlicher Favorit: "Warum sich Kurt in den Schrank sperrt und nicht mehr raus will ". Zum Inhalt gibts nicht mehr zu sagen als dieser Titel. Absurd, dunkel, hintergründig - ich kann nicht anders als an die Filme der Marx Brothers zu denken.

Wer ist Karpi? - Ohne Zweifel ein junges Talent, Absolvent der Zürcher Filmschule und last but not least in ganz jungen Jahren Preisträger beim Internet-Wettbewerb ThinkQuest. Dort haben wir uns kennengelernt.

Hier gehts zu den Filmen von Karpi

Posted by dominik at 18:08 | Comments (0)

13.09.07

Dutti der Riese - oder die Liebe zur Geschichte

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Filmpremiere des Dokfilmes "Dutti der Riese" von Martin Witz. Ein Film über den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler. Ein längst fälliges Portrait des übermächtigen, charismatischen Migros-Gründers. Das Portrait kommt in bewegter Zeit.

Keine Filmkritik - das gibts anderswo. Ein persönlicher Kommentar: Ein wuchtiger, wichtiger Film, der mehr kritische Untertöne hat, als die Kritik wahrhaben (werden) will. Aber vielleicht haben die Kritiker es verlernt, Filme als komplexe Kunstwerke anzusehen.

Was mich beschäftigt: Die Hinwendung zur (Schweizer) Geschichte - nach der Aufregung in den 90er Jahren um die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg jetzt endlich Zeit auch für leisere Töne, für Themen, die nicht Weltgeschichte geschrieben haben, wie eben Paul Burkhard oder Gottlieb Duttweiler.

Ein neuer Blick auf die Gegenwart - aus der Sicht der dieses zerrissenenen 20.Jahrhunderts - etwas, das gerade im Film "Dutti der Riese" aufscheint. Der charismatische Migros-Gründer hat bis zum Höhenflug mit seiner Migros mehr Misserfolge einstecken müssen, als allgemein bekannt ist. Erinnert sei an seine Teilhabe im Handelshaus Pfister & Sigg (später Pfister & Duttweiler), an seine gescheiterte Brasilien-Auswanderung oder an die Expansion mit Migros-Berlin. Scheitern war für ihn auch immer wieder ein Thema, über das er geredet hat. Was ist davon übrig geblieben? Aber Achtung: Duttweiler war auch zu seiner Zeit die grosse Ausnahme - mit Schauern sieht man im Film etwa wie der dynamische Duttweiler an einem Bankett mit Militär- und anderen Betonköpfen sitzt, sitzen muss...solcherlei Menschen, sorry Männer, haben die Schweiz auch geprägt. Leider.

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Die Hinwendung zur Geschichte: Ein Rezept in Zeiten der Ratlosigkeit - und eine solche Zeit erleben wir heute ohne Zweifel. Tut man es rückwärtsgewandt dann ist darin zwar Trost, aber allemal nur ein schwacher. Vorwärtsgewandt, so wäre es zu tun: Welche Impulse vermitteln uns diese beiden charismatischen Persönlichkeiten mit ihren überreichen Lebensläufen?

Ich versuch es mal mit Dutti: Mut zum Wagnis in schwierigen Zeiten. Keine Angst vor dem Scheitern. Siehe Samuel Becket: Try - fail - try again - fail bettter. Und noch was. Bekenntnis zu den Werten der Gemeinschaft - mit Leidenschaft und Vehemenz!

Und noch etwas: Duttweiler wollte vor seinem Tod das «Forum Humanum» gründen - eine Friedensoffensive, er schlug auch die Umwandlung des Militärdienstes in einen zivilen (kaufmännischen !!) Dienst im Ausland vor.

Wer nimmt den Gedanken auf?


Und hier gehts zum Film "Dutti der Riese" von Martin Witz

PS: Das Bild mit dem schwimmenden Strohut-Mann ist zur Ikone geworden. Es entstand offenbar - so berichtet der Film - anlässlich eine runden Geburtstages an dem Duttweiler seine Gäste, die per Schiff nach Rüschlikon kamen um ihm zu gratulieren, im Wasser schwimmend begrüsste.

Posted by dominik at 07:53 | Comments (0)

08.09.07

Oh mein Papa: Hommage an Paul Burkhard - Uraufführung des Filmes in Zell

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Die Kälte und Nässe des Spätsommers 2007 ergeben zusammen mit den schrillen Wahlkampf-Tönen der Blocher-Partei eine Kakophonie, die einen schon mal in depressive - oder dann vielleicht doch besser - wütende Stimmungen treiben kann. Und darin mischt sich nun - bedingt durch die Gnade des Zufalls - ein ganz anderer Ton: Weich, warm, versöhnlich und etwas melancholisch: "Oh mein Papa" - der Start des Filmes von Felice Zenoni, eines Filmes, der eine Hommage an diesen grossen Musiker ist, eine Portrait, das mit viel Zuneigung entstanden ist. Paul Burkhard (1911 - 1977), das wird klar, hat mit seinen oftmals einfachen Liedern und Chansons, Bleibendes geschaffen. Premiere des Filmes fand in Zell statt - eine schöne Geste, dass die Bevölkerung der Gemeinde zu einer eigenen Gratisaufführung geladen wurde.

Geladen ware Einwohner der Gemeinde Zell - und sie kamen in Scharen und füllten den Gemeindesaal im Nu. Der Saal liegt gleich der Kirche Zell, in der 1960 die Zeller Wienacht von Burkhard uraufgeführt wurde und nur wenige 100 Meter Haus entfernt, in dem Paul Burkhard von 1959 bis zu seinem Tod im Jahr 1977 gelebt hatte und hier im Tösstal die nötige Ruhe und Abgeschiedenheit zum Komponieren fand.

Und so sieht man Paul Burkhard hier im Tösstal mit ganz eigenen Augen und etwas Stolz gehört wohl auch zu den Gefühlen. "Er hat uns etwas zum Schneggenloch" herausgeholt, meinte Gemeindepräsident Ernst Huggler denn auch - die Weinbergschnecke, das muss man wissen, ist das Gemeindewappen von Zell und nach dem Film hat sich wohl der eine oder andere eine Träne der Rührung aus den Augen gewischt...

Eindrücklich zunächst einmal einfach die Fülle des Materials, das Regisseur Zenoni vor unseren Augen ausbreitet - dazu zählen unbekannte und nie gesehene 16mm Aufnahmen des Künstlers, Filmrollen, die sich erst kürzlich im Nachlass fanden. Ja - Burkhard ist der Komponist des Chansons "Oh mein Papa", der "kleinen Niederdorfoper" und der "Zeller Wienacht" - aber er war auch ein unermüdlicher Kapellmeister, komponierte und musizierte jahrelang fürs Zürcher Schauspielhaus, schrieb Musik für Brechts Dreigroschenoper, die 1941 am Zürcher Schauspielhaus ihre Uraufführung erlebte (Brecht mochte sie nicht, diese Musik...)* , auch für Theater vom Friedrich Dürrenmatt; schliesslich wandte er sich gegen Ende des Lebens ganz seiner mystischen Seite zu und schrieb auch Werke für die orthodoxe Liturgie, zu der er sich offenbar besonders hingezogen fühlte, konvertierte sichliesslich sogar zum Katholizismus.

"Oh mein Papa" ist mehr als ein gewöhnlicher Dokumentarfilm sondern eine Hommage von Schweizer Künstlern an diesen grossen Mann: Zu sehen sind u.a. Michael von der Heide, Dodo Hug, Vera Kaa oder Lys Assia und singen Werke von Paul Burkhard im stimmungsvollen Rahmen seines Musikzimmers, das die Nachlassverwalterin Ursula Schellenberg seit seinem Tod erhalten hat.

Der Film zeichnet mit viel Zuneigung das Portrait eines grossen Musikers, Schweizers und Weltbürgers - hinter seinen einfachen Melodien verbarg sich nicht Kalkül, sie waren Ausdruck einer empfindsamen Seele; Wie kaum ein anderer konnte Paul Burkhard auch Melancholie in seiner Musik ausdrücken: Man denkt an das Lied "De Heiri hät es Chalb verkauft" aus der kleinen Niederdorfoper - unvergesslich interpretiert von Ruedi Walter, oder ans Lied "Kei Mueter weiss" aus der Zeller Wienacht.

Mein Eintrag soll mit einer heiteren Note schliessen: Im Film sieht man eine wunderbare Modelleisenbahn und eine Puppenstube, beide stehen offenbar im Burkhard-Haus in Zell. Der Kommentar verschweigt, was man sich heute noch im Dorf erzählt, dass nämlich der Komponist und seine Schwester Lisa auch als Erwachsene noch damit gespielt haben sollen. Si not e vero e ben trovato...es wäre doch schön, wenn es so wäre und würde beide noch sympathischer machen!

Und noch etwas: Das Lied "Giorgio vom Laog Maggiore" gehört wohl nicht zu den besten Leistungen des Komponisten - zu stark nimmt es das Klischee vom rustikalen Ticino auf. Aber es sei an dieser Stelle erinnert, dass das Lied während Monaten oder Jahren von Radio DRS nicht mehr gespielt wurde, ja sogar mit einem Bann belegt war. Der Grund war einfach: Es gab in den frühen 80er Jahren einen Anarchisten namens Giorgio Bellini, der im Knast einsass. Seine Sympathisanten schickten nun dem Radio-Wunschkonzert immer wieder diesen Wunsch, was irgend einmal auffallen musste....

* Hier wäre etwas Klärung von Nöten: Wie war das nun genau. Paul Burkhard hat für Brecht Musik komponiert, die diesem nicht gefiel. Mit welcher Musik wurde dann die Dreigroschenoper 1941 in Zürich aufgeführt?


Offzielle Homepage des Paul-Burkhard Filmes "Oh mein Papa" von Felice Zenoni
Homepage Paul Burkhard
Eintrag zu Paul Burkhard im Historischen Lexikon der Schweiz
Wikipedia-Eintrag Paul Burhkard


Posted by dominik at 12:20 | Comments (1)

29.01.06

Die Garten und Gärtchen der Kultur

Martin Heller - einst künstlerischer Leiter der Schweizer Landesausstellung expo.02 - entwickelt heute kulturelle Projekte für Dritte und macht sich Gedanken zur Kulturpolitik und damit auch zur Kulturförderung. In seinem Interview mit der Zeitschrift BILANZ finden sich einige interessante und leicht bösartige Bemerkungen zur Schweizer Kulturszene.

Seine Überlegungen sind in eine Kritik an der offiziellen Schweizer Kulturpolitik verpackt - gehen aber darüber hinaus in eine noch wichtigere, grundsätzlichere Richtung:

"Ich möchte gerne Ziele sehen. Wohin will die Kultur in unserem Land? Welche Rolle spielt sie in einer postindustriellen Gesellschaft? Darüber hört man sehr wenig. Weil es letztlich immer noch um einen betulichen, bürgerlichen Kulturbegriff geht, der Kultur zwar als eine schöne, aber irgendwie entbehrliche Sache begreift, im Sinne von: Zuerst muss Geld da sein, dann können wir uns Kultur leisten. Eine scheinbar vernünftige Formel, die so längst nicht mehr funktioniert. "

Zum Glück bleibt er nicht bei der Kritik an Bundesrat Couchepin und seinen unininspirierten Ideen stehen, sondern geht einen Schritt weiter und da kriegen auch die Kulturschaffenden ihr Fett ab. Auch von dort sieht Heller keine Visionen. Warum?

"Die Antwort ist einfach: Weil es mehr interessante kleine Gärten denn je gibt. Und weil die Schweizer Kulturszene mit wenigen Ausnahmen nicht die grosse Linie sucht, sondern der eigenen täglichen Arbeit nachgeht. Was ich durchaus verstehe. Man gräbt erst einmal dort, wo man steht.

Das klingt sehr uninspiriert.

Es ist kein politischer Wille da, von der Kultur etwas zu wollen. Ich würde die Kultur nicht nur fördern, sondern etwas von der Kultur fordern wollen.

Das ist die politische Seite. Aber auch die kulturelle Seite verhält sich passiv in dieser Frage.

Es gibt einen hohen Sättigungsgrad. Alle haben ihr Auskommen. Es ist wie überall in der Schweiz: Wir laufen nicht auf dem Zahnfleisch, man kann sich einrichten, und das macht bequem."

Tatsächlich. Das deckt sich stark mit meinen eigenen Beobachtungen: Wir leben in einem fein austarierten System. Die Kulturschaffenden sind organisiert in Gruppen und Grüppchen und jede hat ihre Lobby: Film, Theater, Tanz, Literatur....natürlich, alle mehr oder weniger. Neuere Disziplinen wie Pop oder Neue Medien sind gerade daran, bei den anderen abzugucken und abzuschätzen, was für sie denn in nächster Zeit so "drin liegt."

An den Fachhochschulen werden Kulturmanager ausgebildet, die das System schön am Laufen halten. Dort lernt man, wie man einen gut geölten Event vorbereitet, ein Gesuch verfasst, das allen Anforderungen gerecht wird, welche Akteure ins Netzwerk-Portfolio der Kulturworker gehören...so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Und so lange weiterhin so viel Geld wie heute zur Verfügung steht, wird dieser Betrieb genau so weiter gehen.

Auch von dort kommen keine Ideen, Visionen... Und selbst der Schreibende überlegt sich, ob er die Gedanken nicht einer rigorosen Selbstzensur unterziehen soll. Man sägt schliesslich nicht am Ast, auf dem man sitzt.

Die Gedanken, die in diesem Interview nebenbei geäussert wurden, verdienen es, weitergesponnen zu werden. Sternenjäger wird also auf die Jagd gehen müssen. Auch wir bleiben dran...

Das ganze Interview mit Martin Heller in der BILANZ vom Januar 2006

Und auch auf den Websiten von Martin Hellers Heller Enterprises

Und hier gehts direkt zu Heller Enterprises

Posted by dominik at 20:15 | Comments (0)

28.01.06

rebell tv im Schweizer TV

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Die NZZ nennt ihn den originellsten Schweizer Medien-Dissidenten: Stefan M.Seydel mit seinem rebell tv. Nun widmet ihm der Kulturplatz auf SF DRS einen Beitrag

Er gibt sich als Exot und scheint sich in dieser Rolle auch zu gefallen...sein Programm ist genau so schräg wie jenes des US Videoblog Rocketboom, für die Seydel regelmässig Bloggereien liefert.

Seydel und sein rebell tv - aber generell die ganze Blogging-Szene ist mehr und mehr im Blickfeld der "traditionellen" Medien. Deren Berichterstattung ist teilweise etwas gönnerhaft - und verbirgt nur schlecht, dass eigentlich niemand weiss, wohin uns die neuen Freiheiten führen.

Zwar bin auch ich von der Brechtschen Radio-Idee beseelt, dass die Medien von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat werden sollen. Nur plagt die die Skepsis: Es waren immer Freaks und Nerds und sonstige Vögel, welche avantgardistisch die neuen Möglichkeiten ausgelootet haben - bis dann die Masse folgte und die neuen Verheissungen sehr schnell in einigermassen traditionelle, sprich langweilige, Einbahnstrassen lenkte.

Mir gefallen 2 Bemerkungen von rebell tv: Was ist ein vlog? ("Video Blog") - Erstens ein Neologismus. Zweitens ein Zettelkasten, den jeder anschauen kann.

Trotzdem. Geht hin und schaut den TV Beitrag. Er ist online. Aber wie lange noch...

Und Online ist natürlich auch Seydel mit seinem rebel tv, mal mehr, mal weniger...

Posted by dominik at 16:35 | Comments (1)

09.01.06

Franz Hohler: Querkopf aus Oerlikon liest im Tösstal

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Er gehört zu den grossen Schweizer Autoren der Gegenwart ? und vielleicht ist er der volkstümlichste unter ihnen: Franz Hohler. Bei ihm gibt?s öfter mal was zu lachen, auch wenn einem das Lachen dann im Hals stecken bleibt. Am Sonntag, 22.Januar 2006 ist er live im Tösstal zu sehen und zwar im Kulturapero in Kollbrunn. Ich habe das Vernügen, das Gespräch mit Franz Hohler zu leiten und für den Tössthaler habe ich drei Begegnungen mit dem Schweizer Autor beschrieben... (Foto Christian Altorfer)

Die jüngste Begegnung mit Franz Hohler ist nur wenige Wochen alt: Franz Hohler meldet sich vom Bahnhof Olten übers Handy und wir reden kurz miteinander über den bevorstehenden Kulturapero. Ist das erstaunlich? ? Ein bisschen schon. Ein Technik-Freak ist Franz Hohler ganz gewiss nicht, eher ein Technik-Kritiker und er gehört gewiss nicht zu jenen, die ständig auf der Strasse telefonieren. Recht hat er, denke ich mir?.Also: Franz Hohler hat ein Handy und auch eine Internetseite. Eine, die zu ihm passt. Denn rumsurfen kann man auf dieser Seite nicht. Sie hat (fast) keine Bilder ? mit Ausnahme von zwei witzigen Passfotos des Autors ? und wer hier Informationen sucht, wird zuerst einmal gebremst und dafür gezwungen dies und das zu lesen. Zum Beispiel diese Einleitung: ?Hallo. Guten Tag oder Gute Nacht, man hört ja so oft, dass die wirklichen Surfer ihre Bildschirme wie die Vampire nachts absaugen. Willkommen auf meiner Hausseite, erwarten Sie nicht zuviel mir geht's nur um Information nicht um Gestaltung, ich weiss gar nicht wo die Künstler alle ihre Zeit hernehmen für diese unheimlich wohl gestalteten Seiten auf denen sich Farbbilder wie Gewitterwolken zusammenbrauen langsam ineinander verfliessen und sich dann verfestigen...

Der 1943 in Zürich geborene Hohler gehört wohl zu den beständigsten unter den Schweizer Schriftstellern der Gegenwart. Er ist einer, der viel unterwegs ist, kreuz und quer durch die Schweiz reist, wie etwa die Liste mit seinen Auftritten in diesem Monat zeigt: Niedererlinsbach, Rubigen, Olten, Rheinfelden, Kollbrunn, Baar, Bergün, Mönchaltorf. Der Titel seines letzten Buches passt gut dazu: ?52 Wanderungen?, erschienen 2005 im Luchterhand Verlag.

Aufgewachsen ist Franz Hohler in Olten, seine Matura hat er in Aarau gemacht, ein Romanistik-Studium schmeisst er nach ein paar Semestern. 1965 steht er mit seinem ersten musikalischen Soloprogramm "pizzicato" auf der Bühne ? und hat sie seither nicht mehr verlassen, schon bald hat er auch die elektronische Bühne betreten und für Radio und Fernsehen geschrieben.

Er ist der Meister der kleinen Form. Und mit solchen Formen habe ich ihn anfangs der 70er Jahre auch zum ersten Mal erlebt. Ich war damals 12 oder 13 und Schüler an der Stiftsschule Einsiedeln. Die Einsiedler Benediktiner mit ihren offenen Augen und Ohren hatten den Autor und Kabarettisten für einen Solo-Auftritt eingeladen. Er hätte Angst gehabt vor diesem Auftritt, gestand mir Franz Hohler vor einigen Jahren einmal: Ganz allein vor einer Meute von 200 pubertierender Jungen. Es ist gut gegangen, sein Auftritt hat bei mir eine bleibende Erinnerung hinterlassen und ein Satz davon ist mir bis heute im Gedächtnis haften geblieben ? vom Zusammenhang weiss ich nichts mehr: ?Was bleibt ist vielmehr eine Nummer mit Bass??

Dritte Begegnung ist mehr als 20 Jahre später, Mitte der 90er Jahre. Als Leiter der Kinder- und Jugendredaktion von Radio DRS hatte ich Franz Hohler zu einem Geschichten-Workshop eingeladen. Wir hämmerten und klopften und schmiedeten unsere Geschichten ? keine Begebenheit zu banal, zu einfach um nicht daraus eine kleine Story zu machen? Franz Hohler weiss: In jedem von uns steckt ein Geschichtenerzähler. Man muss es nur zulassen.

Franz Hohler steht immer noch mit seinem Handy am Bahnhof Olten. Nein, in Kollbrunn soll keine gewöhnliche Lesung stattfinden. Wir möchten mit dem Autor reden. Geht das? ? Ja, kein Problem. Und welche Geschichte soll ich erzählen, fragt Franz Hohler? ? Von allem etwas, ein bunter Querschnitt ? was Du am liebsten magst. Etwas habe ich vergessen zu fragen, lieber Franz: Das Totemügerli. Kannst Du es uns erzählen?

Sonntag, 22.Januar 2006, 11.15 Uhr Restaurant Sonnenhof, Tösstalstrasse 41 Kollbrunn. Eine Veranstaltung der Kulturkommission Zell. Unterstützt von der Fachstelle Kultur des Kanton Zürich.
www.franzhohler.ch ? www.zell.ch

(Foto Christian Altorfer)

Posted by dominik at 21:24

02.01.06

Kulturförderung hat Internet verpasst

Der Direktor der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia macht sich in der neusten Nummer der hauseigenen Zeitschrift "Passagen" Gedanken über die Zukunft der Kulturförderung. Und sagt dabei Denkwürdiges wie etwa "Eine künftige Kulturpolitik wird ? nicht nur in einem multikulturellen Land wie der Schweiz ? die Vielfalt der Publika über die Vielfalt der Werke setzen. Sie wird Verstehen fördern statt hermetisches Schaffen." Und: "die Kulturförderung hat das Internet verpasst".

Hier deshalb ein etwas längerer Auszug. Schön auch, dass sich die ganze Zeitschrift als PDF herunterladen lässt. Danke Pius Knüsel!

"Auf neue Phänomene eingehen heisst, die Gewichte neu zu verteilen. In einem derart strukturkonservativen, medial gut geschützten Sektor wie der Kulturproduktion wird das schwierig genug sein. Denn noch immer gilt: je mehr, desto besser. Institutionen zu schliessen ist undenkbar. Doch Verknappung wird im Interesse der Aufwertung und der substantielleren Förderung unumgänglich sein. Vieles können heute Private übernehmen; auch sie sind an Differenzierung interessiert.

Eine künftige Kulturpolitik wird ? nicht nur in einem multikulturellen Land wie der Schweiz ? die Vielfalt der Publika über die Vielfalt der Werke setzen. Sie wird Verstehen fördern statt hermetisches Schaffen. Sie wird das Einfache beherzigen ? kluge Botschaften müssen nicht kompliziert sein. Eine künftige Kulturpolitik wird die Beziehung zwischen Kunst und Bevölkerung von den Abnehmern her gestalten. Anbiederung an den Massengeschmack? Weit gefehlt. Beherrschung jener Medien, welche die kunstpassiven
80% der Bevölkerung beherrschen.

...die Kulturförderung hat das Internet verpasst. Mit nostalgischem Misstrauen betrachtet sie die Digitalisierung der kulturellen Produktion. Hörbücher sind ihr ein Graus. An der Downloadkultur für Musik schaut sie vorbei.Warum? Wäre nicht gerade das Internet jenes Medium, das sich hervorragend eignet, um die kulturelle Produktion in allen ihren elitären wie populären Formen mitsamt Erbe zugänglich zu machen in einen Medium, worin die Generation von morgen wie der Fisch im Wasser sich verhält? Wer je den iTunes-Musicstore von Apple benutzt hat, ist verblüfft ob der Einfachheit des Modells. Er oder sie begreift sofort, warum dieses Geschäftsmodell zum Erfolg wurde. Wer je diesen Musicstore als Schweizer besuchte, ist enttäuscht: Die Schweizer Musikproduktion ist praktisch nicht vorhanden. Auch wenn Apple verspricht, mehr Schweizer Musik aufzunehmen, wird es immer nur ein Bruchteil des Schaffens im Lande sein. Wäre es da nicht Aufgabe der Kulturförderung, eine umfassende Schweizer Download-Plattform zu gestalten? Nein, nicht als erzieherisch inspirierter Staatsverlag, sondern als Teil von iTunes(oder eines anderen kommerziellen Anbieters)!

Ich höre den Aufschrei bereits ? und doch: Das Vertragsmodell wäre zu erarbeiten. Es setzte bei den Kulturförderern allerdings ein neues Wissen voraus; es benötigt Kenntnisse von Distributionsmechanismen
und Ökonomie. Es wäre auch ein Abschied von zuweilen diskriminierenden Werturteilen. Ähnliches könnte für das Schweizer Kino, die Schweizer Literatur und Kunst gelten!

Letztes Jahr hat die Computerspiel-Industrie weltweit mehr umgesetzt als die Kinobranche. Diese Feststellung, die mehrfach durch die Medien ging, hat die Kulturverwaltung nicht erschüttert. Das Phänomen Computerspiel wird nicht einmal in den Analysen des Freizeitverhaltens der Schweizer abgerufen. Dabei ist klar, dass Computerspiele eine prägende Kulturform der Gegenwart sind. Dass jeder dritte Jugendliche sich intensiv damit beschäftigt. Und dass Games ganz wichtige Projektionsflächen sind für Verhaltensmodelle. Dass sie die Wahrnehmung prägen. Und ästhetische Modelle liefern. Warum gibt es keine relevante Schweizer Computerspiel-Produktion, kein Schweizer 3-D-Design? Und warum sind die intelligenten Spiele auf den Computern so rar? Ist es übertrieben, zu sagen, hier habe die Kulturförderung versagt ? wie sie den Comic 30 Jahre lang verpasst hat? Auf jeden Fall liefern Myst & Co. das schönste Beispiel, dass die Förderung nicht dort spielt, wo das Publikum."

Quelle:

Pius Knüsel: Langes Werben. Zähler Widerstand. In: Passagen 3/2005. Eine Zeitschrift der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. S.13/14. Die ganze Zeitschrift als PDF

Posted by dominik at 10:35

23.12.05

Amateurfotografie

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Als engagierter Amateurfotograf bin ich nicht nur fasziniert von den Möglichkeiten in Bezug auf die Aufnahme, sondeern auch in Bezug auf die Distribution. Zu den neuen Möglichkeiten gehören auch Fotoplattformen wie die Fotocommunity. Für die Neue Zürcher Zeitung vom 23.Dezember 2005 habe ich einen Beitrag zu diesem Thema verfasst.

Das Internet als Galerie für Fotoamateure
Bilder ohne Menschen für den Kontakt mit Menschen

Im Internet tun sich Amateure zusammen, um eigene Fotos mit anderen Leuten anzuschauen. Fotoplattformen existieren bereits seit Jahren, in jüngerer Zeit erleben sie aber einen Boom. Angetrieben wird er auch durch die sinkenden technischen Kosten.

Eigene Fotos gemeinsam mit anderen Leuten via Internet anschauen - das ist der Hauptzweck der sogenannten Foto-Communitys, die in den letzten Jahren entstanden sind. Fotos auf dem Internet zu publizieren, ist nichts Neues und wird auch von Privaten seit den Anfängen des World Wide Web Mitte der neunziger Jahre praktiziert; Internet-Fotoplattformen existieren seit Jahren, in jüngerer Zeit erleben sie aber einen eigentlichen Boom. Das hängt zusammen mit der raschen Verbreitung der digitalen Fotografie und von breitbandigen Internet-Verbindungen sowie den rapide sinkenden Kosten für Speicherplatz. Beispiele für solche Fotoplattformen sind die deutschsprachige Fotocommunity[1] oder amerikanische Angebote wie Flickr[2] oder Photo-Net.[3]

Lob und Tadel
Die bei Fotocommunity publizierten Fotos sind für alle frei zugänglich, mit Ausnahme der Aktfotos, die den zahlenden Mitgliedern vorbehalten sind. Wer sich registriert, darf kostenlos eine beschränkte Anzahl von Bildern hochladen, typischerweise ein Bild pro Woche. Ist man einmal registriert, sind zahlreiche ausgeklügelte Funktionen zugänglich. Dazu gehört neben dem Upload in erster Linie die Möglichkeit, eigene Bilder kommentieren zu lassen und selber Kommentare abzugeben: «Klasse, gelungen, eine tolle Foto», heisst es dann etwa. Auch Kritik ist zu hören, die sich vielfach um technische Einstellungen dreht: Weissabgleich, Schärfe oder Belichtung.

Ein grosser Teil der Mitglieder verwenden keine Pseudonyme, sondern ihre richtigen Namen. Anonymität ist hier nicht wichtig, im Gegenteil. Jeder Kommentar lässt sich via Profil zurückverfolgen. Dort wiederum finden sich in der Regel ein Porträt des Fotografen oder der Fotografin zusammen mit einem Einführungstext, der seinerseits oft auch bereits kommentiert wird, und das Fotoalbum des betreffenden Mitglieds: «Nachdem ich fast alle Bereiche der Fotografie ausprobiert habe, bin ich nun bei Sport, Nachtaufnahmen, Tieren und Architektur hängen geblieben. In fast jeder freien Minute geht's raus auf die Suche nach Motiven.» Mehr Platz gibt es für zahlende Gäste. Die Preise schwanken dabei je nach Volumen zwischen 3 Euro 50 und 11 Euro 50 Euro pro Monat. Viele der zahlungspflichtigen Aktbilder stammen offensichtlich von Profifotografen und sind im Studio aufgenommen. Pornographie ist hier nicht zu finden.

6000 neue Bilder pro Tag

Die Geschichte der deutschsprachigen Fotocommunity liest sich als Erfolgsstory. Gegründet wurde sie im Jahr 2001 vom Bonner Marketing- Fachmann und Unternehmer Andreas Meyer. Der Hobbyfotograf verfolgte ursprünglich keine grossen Pläne, er wollte einfach sich selber und anderen Fotografen eine Möglichkeit zum Austausch geben. Heute droht sein Projekt ein Opfer des eigenen Erfolgs zu werden. Insgesamt sind nicht weniger als 2,1 Millionen Fotos von 240 000 eingetragenen Benutzerinnen und Benutzern online verfügbar. 5000 bis 6000 neue Bilder werden pro Tag hochgeladen, und im gleichen Zeitraum melden sich rund 400 neue Mitglieder an. Für das Hochladen sind keinerlei Kenntnisse erforderlich, abgesehen vielleicht von der Fähigkeit, die Dateigrösse eines Bildes aus der Digitalkamera zu reduzieren. Die Fotocommunity scheint sich auch in der Schweiz einer wachsenden Beliebtheit zu erfreuen; Schweizer Städte tauchen im Register der eingetragenen Mitglieder immer wieder auf.

Die wichtigste Zahl jedoch, so erklärt Andreas Meyer im Gespräch, sind die 40 000 bis 50 000 Kommentare, die jeden Tag neu dazukommen. Eine ähnlich hohe Zahl von Botschaften wird zudem zwischen den Benutzern direkt ausgetauscht. Ein solches Volumen lässt sich nicht mehr ohne professionell ausgebaute Infrastruktur verarbeiten. Im Hintergrund arbeiten gegen 30 Server, welche die immense Zahl von Anfragen bewältigen. Ein Hobbyprojekt ist die Fotocommunity längst nicht mehr.

Meyer lässt sich zwar nicht in die Finanzen blicken, gibt aber doch folgende Informationen preis: Die Finanzierung des Projekts wird aus drei Quellen gespeist. Erstens durch die zahlenden Mitglieder, zurzeit sind das nach Meyers Angaben zehn Prozent, also etwa 24 000 Personen. Zweitens bietet die Plattform einen Belichtungsservice an, und drittens kommen Werbeeinnahmen dazu. Umsatzzahlen gibt das Unternehmen keine bekannt, hält aber fest: «Wir sehen die Einkünfte durch unsere User als unser wichtigstes Standbein an.» Das Wachstum des Projekts ist nicht nur positiv: «Wenn wir mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten können, kollabiert unser System, und wir sind nicht mehr erreichbar», erklärt Andreas Meyer, «und ein technischer Kollaps wäre dann auch einer für unser Geschäftsmodell.»

Originelle Suchfunktion
Die Fotocommunity von Andreas Meyers ist längst nicht die einzige solche Plattform. Vor allem im englischsprachigen Raum existiert eine Vielzahl von ähnlichen Projekten. Dazu gehören etwa die bereits genannten Flickr und Photo-Net, aber auch Dienste wie Webshots[4] oder Fotolog.[5] Die amerikanische Plattform Flickr, die auch für europäische Interessenten zugänglich ist, verfolgt eine leicht andere Ausrichtung und ermöglicht zusätzlich geschlossene Gruppen. Flickr verfügt über eine originelle Suchfunktion: Die Benutzer wählen für jede Foto selber definierte Deskriptoren, sogenannte Tags. Anhand dieser Deskriptoren lassen sich dann Bilder sehr schnell suchen.

Wer macht bei solchen Communitys mit, und aus welchen Gründen tut er oder sie dies? Die Suche nach Publikum für eine Foto dürfte bei allen Plattformen eine zentrale Rolle spielen. Für ein Projekt wie die Fotocommunity kommen weitere Motive dazu: «Unsere Benutzerinnen und Benutzer wollen nicht einfach alle ihre Fotos ausstellen, sondern suchen den Austausch, sie möchten Anerkennung und Kritik und haben nicht zuletzt auch den Wunsch, mehr über die Fotografie zu lernen. Deshalb sind auch viele jüngere Fotografen und generell viele Anfänger vertreten», erklärt Andreas Meyer. Zu den gratis zugänglichen Dienstleistungen des Projekts gehören deshalb eine Anzahl von Foren zu Themen rund um Fotografie, die offensichtlich rege benutzt werden.

Keine Menschen

Projekte wie die Fotocommunity ermöglichen Austausch und Erfahrungen, wie sie vor dem Siegeszug des Internets undenkbar gewesen wären. Auffallend an den Bildern der Fotocommunity ist der hohe Anteil an Natur-, Landschafts- und Sachaufnahmen. Diese Plattform dient nicht primär dem Austausch von Bildern im Familien- oder Freundeskreis. Das mag damit zusammenhängen, dass dieses Projekt vor allem dem engagierten Amateur oder dem semiprofessionellen Fotografen eine Plattform bieten will. Interessanterweise korreliert diese Beobachtung auch mit den Ergebnissen einer empirischen Untersuchung von Amateurfotografien zwischen 1880 und 1980: Auch dort zeigten 40 Prozent der Bilder keine Menschen.[6]

Dominik Landwehr

Fotocommunity Galerie von Dominik Landwehr
Fotogalerie Privat
Fotogalerie Beruflich

Temporärer Link NZZ vom 23.12.2005 - S.59

[1] www.fotocommunity.de

[2] www.flickr.com

[3] www.photo.net

[4] www.webshots.com

[5] www.fotolog.com

[6] Timm Starl: Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980. München 1995.

Posted by dominik at 23:27