19.12.08

Abschied

Abschied von D.A. Die Abschiede scheinen sich in letzter Zeit zu häufen.

Es ist schwer, in solchen Momenten Worte zu finden. Ein Freund des Verstorbenen, selber Pfarrer an einer Zürcher Stadtkirche, findet sie. Und wir gehen auseinander mit den Worten des Barockdichters Paul Gerhard im Kopf - und im Herz

Befiehl du deine Wege
Und was dein Herze kränkt
Der allertreusten Pflege
Des, der den Himmel lenkt:
Der Wolken, Luft und Winden
Gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden,
Da dein Fuß gehen kann.

Posted by dominik at 17:47 | Comments (0)

10.11.08

Mythos Enigma: Peter Zeindler und die Geheimnisse

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Geheimnisse sind gewissermassen das Kerngeschäft der Spionage - und der Spionage-Romane. So war es auch naheliegend der Schweizer Thriller-Autor Peter Zeindler zum Basler Enigma-Tag einzuladen. Sternenjäger dokumentiert seine 20minütige Rede als Podcast.

Konrad Sembritzki, Peter Zeindlers Held, hat natürlich Erfahrung mit Verschlüsseln und Entschlüsseln. Aber Zeindler packte das Thema nicht von einer technischen, sondern von einer philosophischen Ebene an. Viele Agenden haben so genannte Legenden. Ausgedachte Lebensgeschichten, in denen sie sich einniten, die sie mit Leben füllen. Vielleicht sogar eine Partnerin haben in ihrem neuen Leben, das eigentlich ein ausgedachtes Leben ist. Wie lebt es sich mit einem solchen Menschen? - Man zögert von wahr und falsch zu reden, denn ist nicht auch unser so genannt wahres Leben ein ausgedachtes?


Audio-File zum Download (20 Minuten - 20 MB)
Audio File in Flash-Player (Nur hören)

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10.08.08

Uwe geht baden

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Ok - hier brauchts für einmal wirklich keinen grossen Kommentar: Uwe, das ist der mit den neongelben Hosen. Alles klar?

Noch mehr Bilder zum Thema "Uwe geht baden"

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17.07.08

Feriensportkurse - vor 25 Jahre

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Der Zufall spielt mir heute ein Dokument in die Hände, das anfang 80er Jahre entstand, also etwa 25 Jahre alt ist: Ein Radiobeitrag zum Thema Feriensportkurse.

Und dazu passt auch das obige Bild, das ebenfalls anfang der 80er Jahre enstanden sein muss. Fotograf? - Möglicherweise Klaus Rosza. Nun wohlan denn, hier ist der Radiobeitrag
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Posted by dominik at 18:46 | Comments (0)

27.06.08

Technik Kunst und Kloster

Technik, Kunst und Kloster - eine ungewöhnliche Kombination. Was es damit auf sich hat, war Thema einer kleinen Betrachtung, die für das Magazin der Schweizer Post entstanden ist.

Nicht ganz von allein ist die Sache entstanden - Reto Wüthrich, der mit seiner Agentur "pepper" diese Publikation betreut, hat den Artikel bei mir bestellt.

Voilà hier ist er

Posted by dominik at 08:55 | Comments (0)

13.06.08

Enigma-Buch in der Sonntagsmatinee des SWR

Überraschender Anruf aus Baden-Baden: Der SWR will in seiner Sonntagsmatinee über das Enigma-Buch reden. Titel der Sendung "Im Visier: Spitzel und Spione". Am Sonntag 15.Juni 2008 ab 09.05 bis 11.30

Heute im Studio Zürich deshalb eine Schaltung mit Berlin, dort sitzt Manuela Reichert und stellt Fragen zum meinem Buch "Mythos Enigma", das eben im transcript Verlag Bielefeld erschienen ist.

Freude herrscht. Hören wir also am Sonntag genau hin. Offenbar gibts davon auch bald einen Podcast. Hier gibts alle Infos zur Sonntagsmattinee im SWF 2 "Im Visier: Spitzel und Spione" (17.6.08)

Hier ist er nun, der Podcast mit dem Enigma-Interview vom SWR. Thanks!

Posted by dominik at 18:37 | Comments (0)

09.05.08

Mythos Enigma: Buch nun erhältlich

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Nun ist es also so weit: Mein Buch "Mythos Enigma" - zugleich auch meine Diss - ist seit wenigen Tagen im Buchhandel erhältlich.

Für den Verlag (Transcript-Bielefeld) hab ich ein kleines Interview gemacht, das eigentlich ganz gut auch in diesen Blog passt.

Bücher, die die Welt nicht braucht". Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

"Mythos Enigma" ist keine trockene Theorie, sondern eine spannende Reise in eine unbekannte Welt: Die Welt der Geheimnisse, der Nachrichtendienste. Das Buch beleuchtet nicht nur eine wenig bekannte Seite der Vorgeschichte des Computers, sondern zeigt mannigfaltige Bezüge zur Gegenwart.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Geschichte der Chiffriermaschine Enigma war mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht zu Ende: Das zweite Leben der Chiffriermaschine begann 1974, mit dem Ende der offziellen Geheimhaltung. Seither hat sich nicht nur eine vielfältige Gemeinschaft von Sammlern, Wissenschaftern und Zeitzeugen entwickelt. Und zudem ist sie Thema von Literatur und Fernsehen und Film.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
"Mythos Enigma" ist ein Beitrag zur Sozial- und Mediengeschichte der Technik des 20. Jahrhunderts, speziell zur Vorgeschichte des Computers. Das Buch ist ein Beispiel für interdisziplinäre Arbeitsweise der Kulturwissenschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit einer Gruppe von neugierigen Jugendlichen, mit pensionierten CIA- und NSA- Agenten, mit Bill Gates und Steve Jobs, mit John le Carrée und Peter Zeindler.

5. Ihr Buch in einem Satz:

"Mythos Enigma": Die Chiffriermaschine ist längst zu neuem Leben erwacht und hat ein Eigenleben entwickelt, das nicht mehr in der Geschichte, sondern ganz in der Gegenwart liegt und uns etwas über uns selber erzählt.

Mehr Infos: www.mythos-enigma.ch
Verlags-Vorschau


Und ausserdem: Enigma-Tag am 8.November im Basel im Rahmen der Veranstaltungsreihe digital brainstorming des Migros-Kulturprozent

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16.03.08

Sternenjaeger lässt die Puppen tanzen

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Besuch im Puppentheater von Bad Tölz und dem Science Fiction Stück "Der Kristallplanet" von Herbert W.Franke - und ein Gang hinter die Bühne: Der Direktor Albert Maly-Motta und seine Crew freut sich über unser Interesse - genau genommen ist er es, der die Puppen tanzen lässt.

"Der Kristallplanet" wird zur Zeit einmal pro Monat, jeweils an einem Freitagabend gespielt - der Autor Herbert W.Franke ist jeweils selber vor Ort. Vielleicht ein guter Grund für einen Ausflug nach Bad Tölz...

Alle Infos zum Kristallplanet auf den Seiten von Herbert W.Franke

Posted by dominik at 16:45 | Comments (0)

10.02.08

Kalenderbilder aus Mon bei Savognin

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Mehr Bilder

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Alp Flix

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Licht, Weite, Himmel, Schnee. Alp Flix. Und keine Spur vom Skizirkus.

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03.01.08

Als Notfall im Kantonsspital Chur

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Ein banaler Sturz auf einem vereisten Spazierweg am 30.12.2007. Schmerzen und die groteske Form des Armes lassen nichts Gutes vermuten. Auf ins Kantonsspital Chur.

Kaum zu glauben, welche Schmerzen ein gebrochener Arm verursachen kann. Ich versuch mir trotzdem ein paar Sprüche und Witze auszudenken. Nur funktioniert das heute irgendwie schlecht. Zudem ist mir der ganze Unfall extrem peinlich. Plötzlich dreht sich alles nur noch darum. Schön: die angeblich so unmenschliche Spitzenmedizin stellt sich hier in Chur als eine hochpräzise arbeitende Institution mit wunderbar einfühlsamen Leuten dar. Nein, es macht nichts, wenn ich weine, erklärt mir zum Beispiel die Röntgenassistentin. Ob der absurden Situation krieg ich gleichzeitig noch einen Lachanfall.

Trotzdem muss eine Vielzahl von Formularen aussgefüllt und unterschrieben werden. Geht nur links und sieht aus wie die Unterschrift eines Analphabeten. Bin ich allgemein, privat oder halbprivat gegen Unfall versichert? - Ein Telefon bringt Klärung. Ob ich Vollnarkose wünsche oder lokale Anästhesie? - Komische Frage: Was dient denn der Sache besser? - Nun, wir entscheiden für Lokalanästhesie. Toll, dann kann ich zuschauen. Schade hab ich meinen Fotoapparat nicht dabei. Ist vielleicht besser so...das würde wohl nicht so geschätzt hier.

Im Gipszimmer wird der Arm "reponiert", wieder in die usprüngliche Form gebracht....Autsch. Mein Begleiter und Freund R, selber auch Arzt, weist mich darauf hin, dass das Schmerzmittel, das mir gerade verabreicht wird, 50mal so stark ist wie Morphium. Toll. Ich spüre gar nix mehr.

Und schon im OP. Mein Herzklopfen wird elektronisch verstärkt. Peinlich. Jetzt kann jeder hören, dass ich Angst habe. Absurde Vorstellung, dass ich hören könnte, wenn man Herz aufhören würde zu schlagen. Mors in tabula heisst sowas glaub ich. Ist heute aber nicht auf dem Plan.

Nix mit zuschauen. Die letzte freie Hand ist gerade mit Infusionen belegt. Und jetzt bauen sie ein grünes Zelt um meinen Kopf. Es herrscht ein Kommen und Gehen. Dann werden Stromimpulse durch meine Hand gejagt, trotz Betäubung zuckt es dann und wann deutlich...Man testet, ob alle Nerven noch richtig funktionieren, die brauch ich ja später noch.

Frage: Wieviele Leute sind eigentlich in diesem Raum? - Vier, sagt mir jemand. Um Gottes Willen, alles meinetwegen. Ist mir wirklich nicht Recht.

Wenig später ist der Spuk vorbei. Chefchirurg Sommer sagt, es sei alles gut gegangen. Ich kriege ein kleines Erinnerungsfoto (siehe oben). Wenig später im Krankenzimmer. Das Ganze scheint überstanden. Ich habe einen Bärenhunger. Typisch, höre ich meine Familie sagen....

Am nächsten Tag wird klar, was hier eigentlich los ist: Vor dem Haus liegen zwei Heli-Landeplätze. Ständig fliegen Rega-Helis an - und wieder weg. Am 29.12. sollen insgesamt 79 Notfälle behandelt worden sein.

Und jetzt wieder ganz ernst: Liebe Spital-Crew. Ich war einer von vielen an diesen hektischen Tagen. Und hatte keinen Moment den Eindruck, es herrsche Stress hier. Ihr wart alle ganz wunderbar. Vielen Dank.

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22.12.07

Voltis xmas Party

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22.09.07

Voltige Schweizermeisterschaft 07: Das Glück auf Erden...

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Das Glück auf Erden liegt auf dem Rücken der Pferde - das tönt vielleicht platt und abgegriffen, aber wer die Begeisterung und Ausdauer von Kindern und Teenagern für den fast unbekannten Pferdesport Voltige kennt und miterlebt, der wird mir Recht geben. Bestätigt hat sich dies einmal mehr an der Schweizermeisterschaft, die am Samstag und Sonntag 22./23.September in Turbenthal im Tösstal stattfindet.

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Rund 500 Kinder und Jugendliche - 99 Prozent Mädchen - treffen sich dieses Wochenende für die Schweizermeisterschaft in diesem so wenig bekannten Sport. Die Meisterschaft ist nur einer von rund einem halben Dutzend Wettkämpfen, welche die Mädchen in der warmen Jahreszeit (die oft genug saukalt ist) absolvieren.

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Wettkampf heisst: Am Vorabend bis spät das Pferd vorbereiten. Aufstehen um vier Uhr, Pferd in den Transporter (will manchmal nicht). Abfahren. Warten, warten, warten. Warmlaufen. Dann fünf Minuten Vorführung - Pflicht, Kür. Oft genug geht etwas schief - ein Fehler passiert, jemand fällt runter oder das Pferd lahmt - und dann ist der Wettkampf zu Ende und es gibt Tränen.

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Und das nicht ein paar Wochen oder Monate. Viele der Kinder, die wir kennen machen das über Jahre, zehn Jahre und länger sind keine Seltenheit. In der späteren Pubertät, so ab 17 wirds dann schwierig...

Mehr Fotos zur Voltige Schweizermeisterschaft 2007Hier gehts zur organisierenden Voltige Gruppe Garten
Und hier zum Schweizer Voltige Portal

By the way: Copyright für alle Fotos beim Sternenjaeger

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03.03.07

Halef der Bombenbastler

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Svenja fragte mich kürzlich an, ob ich für Ihr Kinder-Schreibprojekt "Schreibstrom" eine Geschichte beisteuern möchte. Ja klar, mach ich. Natürlich hats etwas gedauert und schlimmer noch - die Geschichte ist länger geworden und nun definitiv mehr als eine Viertel Seite lang. Aber vielleicht gefällt sie den Kindern trotzdem. Hier ist sie. Titel: Halef der Bombenbastler

Die Geschichte, die ich erzählen möchte, handelt von meinem ersten Auftragstext und die Pointe besteht darin, dass ich diesen Text gar nie geschrieben habe. Aber je mehr ich über diesen Text nachdenke, desto mehr schieben sich andere Geschichten dazwischen und nun stehe ich da und muss zuerst die einzelnen Stränge dieser Geschichten, die wie eine verknotete Schnur da liegen, entwirren.

Ich bin heute 48jährig und habe zwei Kinder im Teenager Alter. Immer wieder ertappe ich mich beim Gedanken, wie froh bin, nicht alle Geschichten aus meiner Jugend erzählen zu müssen. Weil sie entweder peinlich sind oder auf keinen Fall zur Nachahmung inspirieren sollen. Aber natürlich sind genau solche Geschichte das Salz des Lebens und deshalb will ich jetzt zwei davon aufschreiben.

Im Alter zwischen 10 und 12 Jahren war ich bei den Pfadfindern und damit jeden Samstagnachmittag in den Wäldern rund um Zürich unterwegs. Dazu war es nötig, alle Tramlinien und deren Endstationen zu kennen: Der 13er zum Beispiel fuhr auch schon damals ins Albisgüetli und der 3er zum Klusplatz. Nur die Nummer des Busses, der nach Witikon weiterfuhr hab ich vergessen. Als Pfadfinder waren wir meistens in einer kleinen Gruppe von vielleicht fünf Buben unterwegs. Ich war der jüngste. Mein Pfadfindername war ?Schock? und meine Mutter darob dermassen schockiert, dass sie umgehend für eine Umbenennung besorgt war. Ich glaube der neue Name war dann Wiesel aber keiner hielt sich daran. Schock war einfach zu toll.

Ich bewunderte meine Kameraden, die ja alle älter waren und sich ich im Gegensatz zu den älteren Schülern im Schulhaus Waidhalde mit mir beschäftigen wollten. An ihre bürgerlichen Namen kann ich mich heute nicht mehr erinnern, sie spielten auch damals keine Rolle, denn als Pfadfinder waren wir in einer Parallelwelt und hier spielten nur die Pfadfinder-Namen eine Rolle. Unser Leiter hiess Wiff und absolvierte eine Druckerlehre. Mein grosses Vorbild aber war Halef. Ein gross gewachsener Junge mit dunklen Haaren und ebensolchem dunklen Flaum auf der Oberlippe. Halef besucht das Gymnasium und hatte ein besonderes Hobby: Er war Bombenbastler und erfreute uns immer wieder mit seinen jeweils neusten Kreationen. Seine Rohstoffe waren billig und überall erhältlich. Da gab?s zum Beispiel die Karbidbombe: Dazu füllte er einige Karbidkörner in eine Bierflasche, die damals mit dem patenten Bügelverschluss ausgerüstet waren ? fügte Wasser hinzu und verschloss die Flasche und entfernte sich dann schleunigs. Mit einem dumpfen Knall explodierte diese Konstruktion Auenblicke später und wir kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus. Weit dramatischer waren Halfef?s Experimente mit Pulvern ? das Grundrezept war einfach: Ein Gemisch aus Unkrautvertilger und Zucker in eine alte Ovo-Dose, daran eine Zündschnur fertig war eine Höllenmaschine, die für einen Feuerball mit meterhoher Stichflamme sorgte. Liebevoll erklärte er uns, dass man durch die Beigabe von einfachen Chemikalien wie etwa Magnesium und Kalium farbige Feuerbälle erzeugen konnte. Natürlich waren Halef?s spektakuläre Basteleien Höhepunkt jeder Pfadfinder-Übung und die Erinnerung daran machte mich jeweils für Jahre glücklich. Trotzdem: Ich war wohl eher ein ängstlicher und vorsichtiger Junge. Nie hätte ich mich gewagt etwas Ähnliches zu machen und allein schon die Vorstellung in einen Laden zu gehen und dort unter einem Vorwand Unkrautvertilger zu kaufen, machte mir Bauchschmerzen. Meine Experimente beschränkten sich auf das Fahrenlassen von Raketen-Autos. Sie bestanden aus alten Matchbox-Modellen, denen ich mit etwas Draht ein kleines Raketentriebwerk aus dem Modellbauladen aufgebunden hatte. Die Sache war harmlos: Erstens frassen die Triebsätze mein Taschengeld weg und zweitens waren sie viel zu schwach ? meine Matchbox-Autos machten damit nur gerade einen kleinen Hüpfer. Beeindruckend waren allerdings der Gestank und die Rauchentwicklung.

Ganz anderer Natur war meine Beziehung zu Kalif. Er spielte Akkordeon und konnte alle gängigen Schlager jener Zeit nachspielen. Ich schwärmte damals für den Kinderstar Heintje. Das ist mir heute peinlich aber es war einfach so. Und für jede Schmutzpfanne, die ich im Lager putzte ? eine Riesenarbeit denn die Pfannen waren aus verbeultem Aluminium mit unendlich viele Ritzen und gekocht wurde auf dem offenen Feuer ? spielte er mir einen Heintje Schlager vor. Originalton: ?Du sollst nicht weinen, wenn ich einmal von Dir gehen muss?.

Irgendwie hatte ich es auch geschafft, mir das eine oder andere seiner Lieder als Single-Schallplatte zu beschaffen. Stolz führte ich diese Erwerbung nicht nur meinen Eltern, sondern auch meinen Verwandten vor. Dass Tante Emilie aber darob in Tränen ausbrach, konnte ich mir nicht erklären. Erwachsene, vor allem Frauen, dachte ich, neigen zu Sentimentalität und sind oft auch sonst einfach etwas doof. Damit war die Sache für mich erledigt.

Die richtige Erklärung erfuhr ich erst einige Jahre später. Die Tante hatte zehn Jahre früher, ihren Sohn bei einem Unfall verloren. Christoph, so hiess er, stürzte im Pfingstlager von einem Baum und diese Geschichte lastete wie ein schwerer Schatten auf dieser Familie.

Das ist die eine Geschichte. Aber die andere ist noch nicht erzählt: Von jedem Pfadfinder-Lager konnte man einen Bericht in der Pfadfinder-Zeitung, die damals mit Schnapsmatrizen vervielfältigt wurde, lesen. Fotokopierer gab?s in den 60er Jahren nicht, geschweige denn Computer oder Internet. Unser Führer verstand es, immer lustige Lagerberichte zu verfassen ? wollte die Arbeit aber nicht mehr selber machen. Also meldete ich mich freiwillig. Und besuchte das Lager auch. Aber danach wollten mir einfach keine lustigen Geschichten einfallen. Und so blieb die Geschichte ungeschrieben. Der Bericht traf nie ein.

Download pdf file

Und hier gehts zu Svenja Herrmanns "Schreibstrom"


Posted by dominik at 11:50 | Comments (0)

17.06.06

Treffen der ehemaligen IKRK Delegierten in Zürich

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Treffen der ehemaligen IKRK Delegierten in Zürich. Ein ganz besonderes Fluidum, das diese Gruppe verbindet. Gemeinsames Interesse am Bauchtanz und gemeinsame Sorge um die Gefangenen von Guantanomo. Oder war das jetzt ein zu grosser Sprung? - Egal. Alle Bilder hier.

Posted by dominik at 13:35 | Comments (0)

28.08.05

Der Wilde Osten

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Mit dem Fahrrad unterwegs: Einige Bemerkungen zu unserer Sommer-Radtour auf der Route Berlin-Kopenhagen. Wild, einsam - manchmal melancholisch - mit weitem Himmel und vielen Überraschungen: So präsentierte sich uns der wilde Osten Deutschlands.

Einfacher gehts fast nicht mehr und mit jeder Radtour wächst auch die Erkenntnis, dass dies eine prima Art des Reisens ist. Dieses Jahr gings - nach ausführlichen Erkundigungen im Internet - auf die Route Berlin-Kopenhagen: Mit dem Nachtzug von Zürich nach Berlin, dann mit einem Vorortszug weiter nach Oranienburg damit die Tour wirklich im Grünen beginnt. Und nun: 10 Tage unterwegs und dank Zelt oft 24h draussen

Natürlich haben wir den Trip ausführlich dokumentiert.

Dieser Eintrag soll einige schriftliche Kommentare zu den Bildern hinzfügen. Die Route war denkbar einfach: Berlin - Oranienburg -Neustrelitz - Waren a.d.Müritz - Krakow am See - Rostock - Warnemünde - Fischland - Darss - Zinggst - Stralsund.

Erste Überraschung für uns Bergler: Es geht, zumal in Brandenburg, wirklich nie bergauf sondern immer schon flach. Stundenlang. Je höher nördlich man kommt, desto mehr Wasser: Zunächst sind es Kanäle (die Havel) später dann Seen. Nun leben wir in der Schweiz ja in einem Land, das mit Seen gesegnet ist - aber in der Mecklenburgischen Seenplatte gibts einfach nochmals mehr davon.

Wir geniessen die Weite, die Einsamkeit...allerdings erschrecken wir auch über die leeren Dörfer. Nach ein paar Tagen ist auch klar: Läden gibts auf dem Land keine, ebenso wenig wie öffentliche Brunnen um unsere Trinkflaschen zu füllen. Wir beginnen einmal mehr zu erahnen, was sich hier in den letzten 15 Jahren abgespielt hat. Im Gespräch hören wir immer wieder auch über das Leben in der DDR. So berichtet die Wirtin in der ersten Pension in Himmelspfort (der Ort heisst wirklich so) über die Ferienkultur der DDR-Zeit. Damals war in den Dörfern der Seenplatte von April bis Oktober alles voll Touristen. Heute ist das nicht mehr - obwohl die Landschaft einzigartig ist und die touristische Infrastruktur toll. Es scheint als zieht es alle an die Ostsee.

Posted by dominik at 17:20 | Comments (0)

16.07.05

Sternenjaeger Interview im Thurgauer Rebel TV

Stefan Seydel - von der NZZ liebevoll der "originellste Medien Dissident der Schweiz" genannt - läuft mir gestern über den Weg. Ausgerechnet an der Zürcher Bahnhofstrasse.
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Wir nehmen uns ein paar Minuten Zeit - und schon ist ein kurzes Interview aufgenommen, das Stunden später auf seinem Video Blog "rebel-tv" auftaucht: ein Statement vom Sternenjäger.


Nicht genug damit - über die Verknüpfung mit Rocketboom "der Mutter allere Videoblogs" ist unser Mediendissident auch mit den USA verbunden. Und der Sternenjäger - kriegt der nun auch Besuch aus den USA?

Die Einstiegsseite zum Schweizer Video Blog - heisst nun neuerdings Vlog ist http://rebell.tv

Ohne Zweifel: Das ist die Zukunft und ich kann die heitere Erregung von Stefan Seydel ohne weiteres nachvollziehen. Brecht träumte ja schon davon, dass das Radio von einem Distributions- und zu einem Kommunikationsapparat wird. Das machen wir nun mit dem Video

Nächste Schritte:

Sofort eine tolle Schweizer Vlog Community starten. Stefan Seydel erhält den Auftrag. Anfang: Heute! Endlich mal eine richtige Intervention.

Ach ja - was ich noch sagen wollte: Rebel TV berichtet vom Thurgau, vom Bodensee - auch Lake Konschtanz genannt - in alle Welt. Das absolut wahnsinnige daran: Es funktionniert.

Posted by dominik at 09:45 | Comments (2)

27.06.05

KFP Meetings

Wir besuchten 1997/98 eine 15 Monate währende Ausbildungsveranstaltung - und seither treffen wir uns jedes Jahr einmal. Keine Frage: So entstehen Traditionen - neue Erlebnisse und alte Erinnerungen werden aufgefrischt. Das Treffen 2005 fand am Freitag 22.Juni in Volketswil statt - verbunden mit einer Besichtigung der Jowa-Bäckerei.

2003 gings an den Genfersee - im Jahr 2000 zum Golfspiel in die Innerschweiz.

Posted by dominik at 17:45 | Comments (0)