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30.12.11
Genial und geheim: Zum 100.Geburtstag von Alan Turing
Paderborn liegt von der Schweiz aus gesehen nicht um die nächste Ecke und die Zugreise dorthin dauert 7-8 Stunden. Trotzdem lohnt sich der Weg: In Paderborn ist das grösste Computermuseum der Welt, das Heinz Nixdorf Museumsforum und dieses Museum steht im kommenden Jahr ganz im Zeichen des genialen Mathematikers Alan Turing.
2012 jährt sich der Geburtstag des genialen Mathematikers Alan Turing zum 100. Mal. Turing gilt als einer der wichtigsten Denker des 20.Jahrhunderts. Turing hat wichtige Beiträge zur Entwicklung des Computers geleistet, gleichzeitig ist er eine wichtige Figur in der Schwulenbewegung. Zahlreiche Anlässe ehren den grossen Mathematiker.
Alan Turing hat eine zentrale Rolle bei der Entschlüsselung der deutschen Chiffriermaschine Enigma gespielt. Bereits vor dem Krieg hatte er mit seinem Aufsatz "On computable numbers" eine der theoretischen Grundlagen des Computers definiert. Der nach ihm benannte Turing-Test wird auch heute noch verwendet um die Problematik der so gennanten Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence) zu umschreiben.
Alan Turing hat nie ein Geheimnis aus seiner Homosexualität gemacht. Er hat sich 1954 mit knapp 42 Jahren in tiefer Verzweiflung das Leben genommen, nachdem man ihn gewzungen hatte, sich einer chemischen Kastration zu unterziehen. Erst 2010 hat sich der britische Premierminister Gordon Brown posthum bei Alan Turing entschuldigt. Er tat dies mit dem Worten "You deserved so much better!".
Der 100.Geburtstag von Alan Turing wird naturgemäss vor allem in seinem Heimatland gefeiert, wo zahlreiche Symposien und Kongresse stattfinden. Das Jubiläum wird auch in Deutschland zum Thema: Das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn (D) hat ein ungewöhnliches Format gefunden und begeht den Jahrestag in 10 Etappen mit einer kleinen Sonderausstellung und einem spannenden Rahmeprogramm.
Die erste Etappe vom 11. Januar bis zum 12.Februar ist der Chiffriermaschine Enigma gewidmet: Enigma und die Atlantik-Schlacht heisst die erste Inszenierung. Im Rahmen der Ausstellung werden zahlreiche Exponate zu sehen sein, dazu gehört etwa die berühmte Marine-Enigma mit vier Rotoren.
Alle Einzelheiten zum Programm finden sich auf der Webseite des Museums. Dort lässt sich auch eine 32seitige Broschüre mit dem Programm ausdrucken
Hier gehts zu den Turing-Anlässen des Heinz Nixdorf MuseumsFormum
Das internationale Turing-Jahr steht unter dem Motto "There isn't a discipline in science that Turing has not had an impact upon" und hier gehts zur Website des Turing-Jahrs.
Unsere Illustration zeit übrigens das Cover der Turing-Biographie von Andrew Hodges. Hodges Biografie gilt als eine der besten Wissenschafter-Biografien überhaupt und ist in zahlreichen Ausgaben erhältlich. Hier gehts zur Turing Page von Andrew Hodges
Posted by dominik at 08:20 | Comments (0)
29.12.11
High Tech Appeal für Peugeots neuestes Modell 208
SPONSORED BY PEUGEOT
Wer sich heute in ein neues Auto setzt merkt es gleich: Autorfahren ist High Tech. Das weiss auch Peugeot und lanciert die Kampagne für sein neues Modell mit einer künstlerischen High-Tech Show in Rio de Janeiro
Im Mittelpunkt der Show steht Peugots neues Modell 208. Die High Tech Präsentation fand im November 2011 in Rio statt - kein Zufall, wenn man das Motto der Kampagne anschaut "Let your body drive" - es spielt darauf an, dass in ein modernes Fahrzeug immer mehr zur Körper-Erweiterung wird und nicht nur mit viel Elektronik, sondern auch mit Sensorik ausgestattet ist.
Sie Show von Rio sollte eine Ahnung davon vermitteln, was die Firma damit meint: Und in der Show steht denn auch nicht das Auto im Mittelpunkt der Show sondern ein weiss gekleideter Schauspieler, der sich mit artistischer Grazie über eine virtuelle Fassade bewegt bis er schliesslich am Boden vor dem Zuschauer steht.
Was in Rio unter dem Titel "Motion & Emotion” gezeigt wurde, war mehr als ein Video: Vielmehr eine aufwendige, Show bei der auch neueste, interaktive Show Technologie zum Einsatz kam: 3D-Mapping und Kinect ermöglichen den direkten Kontakt mit dem Publikum. Zu sehen war die Show auf dem Cinelândia-Platz in Rio de Janeiro.
Dass Peugeot für die Kampagne gerade Rio ausgesucht hatte, war kein Zufall: Zum einen passt die Hochburg des brasilianischen Lebensgefühl gut zum Motto des neuen Fahrzeugs "Let your body drive". Zum anderen wird der Wagen ab 2013 auch in Porto Real im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro produziert. In Europa laufen die Produktionsbänder bereits an zwei Standorten nämlich in Mulhouse im französischen Elsass und im tschechischen Werk Trnava. Der Peugot 208 wird zwischen März 2012 und März 2013 weltweit in den Verkauf kommen.
Posted by dominik at 15:06 | Comments (0)
28.12.11
Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil
Demenz, Alzheimer. Ein Leitmotiv für die heute 50jährigen. Fast jeder hat in seiner Familie einen oder eine Person, die davon betroffen ist. Es scheint als wäre es fast schwieriger damit umzugehen, als mit dem nahen Tod von Mutter, Vater und weiteren Familienangehörigen. Das mag auch den Erfolg von Arno Geigers Buch "Der alte König in seinem Exil" erklären.
Es gibt in diesem Buch Sätze und Stellen, die muss man mehrmals lesen. So dicht, so gut, so wahr sind sie:
"Weil man als Kind seine Eltern für stark hält und glaubt, dass sie den Zumutungen des Lebens standhaft entgegentreten, sieht man ihnen die allmählich sichtbar werdenden Schwächen sehr viel schwerer nach als anderen Menschen" (S.10).
"Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm..." (S.11)
"De Abende sind es, die einen Vorgeschmack auf das liefern, was bald schon der Morgen zu bieten haben wird. Denn wenn es dunkel wird, kommt die Angst. Da irrt der Vater rat- und rastslos umher wie ein alter König in seinem Exil. Dann ist alles, was er sieht, beängstigend, alles schwankend, instabil, davon bedroht, sich im nächsten Moment aufzulösen. Und nichts fühlt sich an wie zu Hause." (S.12)
"Alzheimer ist eine Krankheit, die, wie jeder bedeutende Gegenstand, auch Aussagen über anderes als nur über sich selbst macht. Menschliche Eigenschaften und gesellschaftliehe Befindlichkeiten spiegeln sich in dieser Krankheit wie in einem Vergrösserungsglas. Für uns alle ist die Welt verwirrend, und wenn man es nüchtern betrachtet, besteht der Unterschied zwischen einem Gesunden und einem Kranken vor allem im Ausmass der Fähigkeit, das Verwirrende an der Oberfläche zu kaschieren. Darunter tobt das Chaos.
Auch für einen einigermassen Gesunden ist die Ordnung im Kopf nur eine Fiktion des Verstandes.
Uns Gesunden öffnet die Alzheimerkrankheit die Augen dafür, wie komplex die Fähigkeiten sind, die es braucht. um den Alltag zu meistern. Gleichzeitig ist Alzheimer ein Sinnbild für den Zustand unserer Gesellschaft. Der Überblick ist verlorengegangen, das verfügbare Wissen nicht mehr überschaubar, pausenlose Neuerungen erzeugen Orientierungsprobleme und Zukunftsängste.
Von Alzheimer reden heisst, von der Krankheit des Jahrhunderts reden. Durch Zufall ist das Leben des Vaters symptomatisch für diese Entwicklung. Sein Leben begann in einer Zeit, in der es zahlreiche feste Pfeiler gab (Familie Religion, Machtstrukturen, Ideologien, Geschlechterrollen, Vaterland) und mündete in die Krankheit. als sich die westliche Gesellschaft bereits in einem Trümmerfeld solcher Stützen befand." (S.57/58)
Posted by dominik at 18:59 | Comments (0)
03.12.11
Das schönste Museum der Welt
Mit Superlativen soll man bekanntlich vorsichtig und vor allem sparsam umgehen. Aber beim Naturhistorischen Museum in Wien ist der Superlativ berechtigt: Es ist für mich das schönste Museum der Welt...
Spiegelsymmetrisch zum Kunsthistorischen Museum angelegt - und doch wird es gerade von den Leuten dort gerne übersehen. Dabei ist es ein Museum, wie es kaum ein zweites gibt: Gebaut am Ende des 19.Jahrhunderts zeigt es die Welt der unbelebten und belebten Natur noch weitgehend in der selben Ordnung an wie damals. So sind die Säle säuberlich nummeriert und künden etwa im Hochparterre von der Fülle der Welt der Mineralien. Jeder Saal ist einem Thema gewidmet und jeder Saal zeigt an der Decke die passenden Gemälde mit den Landschaften, aus denen die jeweiligen Minerale stammen.
Sie stammten aus aller Herren Ländern und Kontinenten, die Mineralien im Museum - aber doch vor allem auch aus dem eigenen Reich, der Donaumonarchie. Sie ist untergegangen - aber die Beschriftungen im Museum haben überlebt.Wer weiss denn heute, wo Galizien ist. Nein, nicht in Spanien... im Osten von Wien. Teil von Österreich, wie die sorgsam mit Tusche ausgefüllte Beschriftung ausweist.
Weniger schwierig ist es mit den Flugsauriern. Sie sind gross und allseits bekannt und keiner sucht hier nach einem Schild...
Gut versteckt findet sich dort übrigens eines der aufregensten Zeugnisse der Kunstgeschichte: Die Venus von Willendorf, eines der ersten Zeugnisse künstlerischen Schaffens des Menschen. Es stammt aus der Altsteinzeit und wurde in der Nähe von Wien gefunden. Zu sehen ist die kleine Kalkstein-Skulptur in einer Tresor-Vitrine im Hochparterre.
Erstaunlich, wenn auch weniger alt, ein Edelstein-Strauss. Geschenk der Kaiserin Maria Theresia an ihren Gemahl Kaiser Franz Stephan
Ein Tipp: Man besuche das Kunsthistorische Museum in der Dämmerung - wenn die Lichter in den Holzvitrinen die Säle erhellen und die Besucher nur als vorbeihuschende Schatten wahrzunehmen sind...
Sicher ist: Allein dieses Museum ist eine Reise nach Wien wert. Schön, dass viele Familien mit Kindern dort sind. Aber warum eigentlich diese merkwürdige Aufteilung: Die Kunst den Erwachsenen, die Natur den Kindern.
Hier gehts zum Link des Naturhistorischen Museums Wien www.nhm-wien.ac.at
Posted by dominik at 16:58 | Comments (0)