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27.02.11

Mit Henri Mouhot und Dr. Siri unterwegs in Laos

Reiseführer für Laos zu kaufen ist kein Problem. Gute Dienste leistet der Lonely Planet Guide (Ausgabe 2010). Wer sich dem Land etwas weniger konventionell nähern will, sollte einen Blick in die Schilderungen des französischen Entdeckers Henri Mouhot (1826-1861) werfen. Ganz vergnügliche geschieht die Annäherung mit den Krimis um den (erfundenen) 74jährigen Pathologen Dr.Siri

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Henri Mouhot – wir lesen seinen Namen immer wieder in Luang Prabang, zuletzt im Tal es Menam Khan. Hier liegt das Grab des grossen Reisdenden, er verstarb hier 1861 an Malaria. Sein Grab wurde erst 1990 wieder entdeckt und danach mit Geldern seiner Heimatstadt Montbéliard restauriert. Die Zeichnung stammt vom Zeitgenossen Henri Rousseau. (Bildquelle Wikipedia).

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Im Asia Book Shop in Bangkok finden wir dann Band 1 seiner Bücher, die 1868 also erst nach seinem Tod publiziert wurden „Travels in Siam, Cambodia, Laos and Annam“ betitelt. Warum englisch? – Finanziert wurden seine Reisen von der von der Royal Geographic Society in London. Es gibt offenbar auch eine französische Version „Voyage à Siam et dans le Cambodge“, Hinweis genug, dass seine Schilderungen bei den Zeitgenossen auf breites Interesse stiessen.

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Auf den Namen von Henri Mouhot gestossen sind wir allerdings bereits bei unserem Besuch in Angkor Wat. Tatsächlich ist sein Name stark mit der kambodschanischen Tempelstadt verbunden. Mouhot wurde gelegentlich als Entdecker von Angkor Wat bezeichnet. Das war er nicht, denn die Tempelanlagen waren nie im Dschungel verschwunden. Er war aber der erste, der die Tempelanlagen von Angkor gezeichnet hat – respektive hat zeichnen lassen. Wir finden im erwähnten Buch eine Anzahl von Illustrationen wieder, die nach seinen Entwürfen entstanden.

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Reisen in Südostasien waren Mitte des 19.Jahrhunderts mit kaum vorstellbarem Aufwand verbunden. Das drücken auch die Bilder deutlich aus. Die Darstellung der nächtlichen Begegnung mit einem Leoparden mag konstruiert sein, die Gefahr war es wohl nicht.

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Überhaupt spielen Tiere eine grosse Rolle in seinen Schilderungen. Und dass ihnen die Reisenden nicht immer freundlich gesinnt waren zeigt die Darstellung eines Kampfes mit einem Nashorn in Laos. Kein Wunder ist das Tier heute fast ausgestorben..

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Immer wieder tauchen in seinen Schilderungen Elefanten auf:


„In all this mountainous regions elephants are the only means of transport. Evey village posseses some, several as many as fifty or hundred. Without this intelligent animal no communication would be possible during seven months of the year, while with his assistance, there is scarecely a place to which you cannot penetrate”.

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Der zweite hier zu nennende Autor ist Colin Coterill. Der 1952 geborene Brite ist offenbar früh in Südostasien hängen geblieben und lebt heute im Norden Thailands. Er ist der Erfinder einer ungewöhnlichen Krimi-Figur: Dr.Sir Paiboun. Ein über 70jähriger laotischer Pathologe steht dabei im Zentrum. Die Handlung spielt in den späten 70eer Jahren, nach dem Ende des Vietnam-Krieges.

Siri ist eigentlich Arzt und wird vom kommunistischen Regime gezwungen auch weit über das Pensionierungsalter hinaus als Pathologe und Arzt zu arbeiten. Dabei stehen ihm der leicht geistig behinderte Herr Geung und die übegewichtige Krankenschwester Pui zur Seite. Geung leidet unter dem Down Syndrom und der Regierung missfällt denn auch, dass ihn Siri als Assistenten einspannt.

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Dr.Siris Welt wird stark von seinem Glauben an Geister bestimmt. Immer wieder erlebt er im Traum – oder in Trance-Zuständen entscheidende Episoden seiner Kriminalfälle und findet dabei Hinweise, die zur Lösung des Falles führen.
Die Dr.Siri Bücher – auf Deutsch sind drei, auf Englisch 5 Bände erhältlich – eröffnen immer wieder Einblicke in die Lebenswelt und Geschichte des Landes, das durch den Vietnamkrieg in den Fokus des Westens kam.

Literatur
Lonely Planet: Laos. Ausgabe 2010. English
Henri Mouhot: Travels in Siam, Cambodia, Laos and Annam. Volume 1 – Travelouge. Bangkok: White Lotus 2009.
Colin Cotterill: Dr.Siri und seine Toten. Goldmann: München 2008.


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26.02.11

Luang Prabang – Stadt der Mönche

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Luang Prabang liegt im Norden von Laos. Die Stadt ist seit 1995 Unesco Weltkulturerbe und damit kultureller und spiritueller Mittelpunkt des Landes.

Der Weg hierher will verdient sein: Wer nicht mit dem Flugzeug von Bangkok einfliegt hat eine zehn bis zwölfstündige Busfahrt von Hauptstadt Vientiane hinter sicher. So geht es auch uns: Wir treffen gegen 20 Uhr ein. Müde zwar – aber der Charme der Stadt lässt uns sofort auf eine kleine Entdeckungsreise gehen. Die Hauptstrasse erscheint uns wie eine sorgfältig aufgebaute Theaterkulisse mit ihren Läden und Restaurants. Hier ist nichts von der Hetze und der tropischen Hitze Bangkoks zu spüren. Die Innenstadt ist vom Autoverkehr verschont und lädt geradezu zum Flanieren ein.

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Beim Frühstück dann ein grossartiger Blick auf Fluss und Hügel: Vor uns der Menam Khan – ein Nebenarm des Mekong – die sorgfältig gepflegten Gärten, das üppige Grün und die Hügel – das alles entzückt.
Rund 100 000 Einwohner leben hier. Die Stadt ist seit 1995 Weltkulturerbe und der Tourismus ist offensichtlich eine der Haupteinnahmequellen der Region. Neubauten sieht man im Stadtzentrum nicht – daran ist wohl der Unesco-Schutz schuld. Es mag sein, dass sich die Innenstadt dadurch auch verändert hat, das dürfte aber in Italien, Spanien oder Frankreich kaum anders sein.

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Die Stadt wird vom Wasser bestimmt: Vom Mekong - eigentlich Menam Kong - und dem Menam Khan. Zur Regenzeit - etwa Juni bis Oktober - führen die Flüsse Hochwasser. Der Weg in die ländlichen Gebiete ist ohne Allradfahrzeug schwierig. Aber das Wasser nährt das Land - die Gärten entlang der beiden Flüsse legen eindrücklich Zeugnis davon ab.


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Fisch spielt auf dem Speisezettel von Laos eine wichtige Rolle. Und es sind ausschliesslich Süsswasserfische, das meiste wohl Weissfische, Karpfenartige. Immer wieder sehen wir Fischer, kleine und grosse Fischerboote..

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Luang Prabang ist die Stadt der Klöster und der Mönche: Über 30 Tempel liegen auf Stadtgebiet. Und sie lassen sich alle zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreiche. Die Tempel in der Innenstadt sind sorgfältig renoviert und werden offensichtlich auch gepflegt. Eine wunderbare Ruhe liegt hier auf dem Gelände. Gäste sind offensichtlich willkommen. Nicht alle Tempel sind so gut erhalten, etwas ausserhalb der Innenstadt finden wir Gebäude, die eine Renovation vertragen könnten.

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Jeden Morgen sind die Mönche beim traditionellen Sammeln der Gaben der Bevölkerung zu beobachten. Das Hotelpersonal macht uns schon am ersten Abend darauf aufmerksam, nicht ohne uns auch einige Körbe mit Reis für den nächsten Morgen zu verkaufen. Wir nehmen an der Zeremonie im Morgengrauen teil. Wer sich beteiligt und etwas geben will kniet auf eine der Bambusmatten. Und schon bald taucht die Kolonne der Mönche auf. Wie viel sind es? –

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Sicher sind es Dutzende, am Schluss sicher zwei bis dreihundert. Sie werden reichlich beschenkt und unser Reis kommt erscheint angesichts der vielen Gaben etwas karg: in den Körben der Einwohner liegen Bananen, aber auch Süssigkeiten. Die Läden rund um die Klöster verkaufen auch fertige Gabenkörbe, oft sind dort auch Produkte zur Körperpflege dabei. Bald wird klar: Die Gaben übersteigen den Bedarf bei weitem. Am Strassenrand knien auch Strassenkinder, andere gehen mit grossen Schachteln und Säcken neben den Mönchen. Ein guter Teil der Gaben wandert so weiter. Eine eigene Ökonomie des Gebens von der in unserem Fall nicht nur die Mönche, sondern auch die Hotelangestellten und die Strassenkinder profitieren.

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Der Reiz von Luang Prabang liegt wohl in ihrer Kleinräumigkeit, in ihrer Lage zwischen Mekong und Menam Khan, ihrem angenehmen Klima. Ein wichtiger Teil ist auch die Architektur den über 30 buddhistischen Tempeln und mit ihren typischen zweigeschossigen Häusern.

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Das setzt sich auch ausserhalb der denkmalgeschützten Innenstadt fort. Hier ist zwar deutlich mehr Betrieb. Das beliebteste Verkehrsmittel scheint das Kleinmotorrad zu sein, dazu Busse oder Pickups.

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Gewöhnliche Personenwagen sehen wir kaum. Hier sind die Hotels auch schon mal grösser, einige sind noch im Bau. Wir erlauben uns eine Tour durch eines der grössten und eben fertig gestellten Fünfstern Hotels. Luxuriös, der Ausblick vom Schwimmbad auf dem Hügel ist eindrücklich – doch wer Atmosphäre sucht und gerne spaziert ist bei uns am Fluss wohl besser bedient.

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Eine kleine Tour mit dem Fahrrad führt uns ganz zur Stadt hinaus. Nach nur einer halben Stunde Fahrt sind wir allein auf einer Naturstrasse im Tal des Flusses Menam Khan. Immer wieder stossen wir auf Wegweiser zum Grab von Henri Mouhot. Der französische Naturforscher (1826-1861) ist hier 1861 gestorben - ein Denkmal erinnert an ihn. Seine Reisberichte werden uns anderswo noch beschäftigen.

Hier liegen – gut angeschrieben – zwei Elefanten-Camps. Elefanten gehören zu Südostasien und sind heute eine Touristen-Attraktion. Sie waren vor der Mechanisierung wichtige Hilfen – beim Holzfällen. Benutzt wurden sie aber auch als Transportmittel, wie wir aus vielen alten Reiseberichten wissen.

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Kaum eine Stadt, die nicht Elefanten-Ausflüge anbietet. In der Regel gehört dazu ein mehrstündiger Ritt durch den Urwald, einige der Camps bieten aber auch gemeinsame Badefreuden an. Manche Elefantenführer lassen ihre Gäste auch schon mal vorne auf dem Hals sitzen. Gewöhnlich werden die Gäste aber auf einem Holzsitz transportiert, der auf dem Elefantenrücken angebracht ist. Das Schaukeln ist bestimmt gewöhnungsbedürfig. Ausflüge mit dem Elefanten sind nicht ohne Risiko: Im Februar 2011 wurde in Phuket eine Schweizer Touristin von einem Elefantenbullen zu Tode getrampelt. Zwei Elefantenbullen stritten sich offenbar um ein Weibchen und ihre Führer verloren die Kontrolle über sie.

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Nach drei kurzen Tagen geht’s weiter, zurück nach Vientiane. Diesmal im Minibus. Das ist etwas teurer, dafür dürfen wir halten wenn es uns gefällt. Abschied von Luang Prabang - die Hügel im Nebel hätten wir nicht erlebt, wenn wir das Flugzeug genommen hätten…

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20.02.11

Vientiane – Grenzstadt am Mekong (Reisnotizen Laos/Thailand 3)

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Vientiane ist für uns ein Lieu de Passage, wir besuchen die Stadt ohne grosse Erwartungen und werden höchst positiv überrascht.

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Nur gerade 350 000 Menschen leben in der Hauptstadt von Laos. Entsprechend gemächlich wirkt der Alltag hier auf uns. Verkehrschaos ist ein Fremdwort. Überhaupt sieht man auf den Strassen der Stadt wenig Personenwagen. Auf dem Weg nach Luang Prabang werden wir dann gar keine PWs mehr sehen sondern nur noch Busse und Kleinlastwagen, hier Pickups genannt.

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Die Stadt hat ein koloniales Flair. Die Bauten in der Altstadt stammen offensichtlich aus der französischen Kolonialzeit.

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Im Kontrast dazu die hässlichen Einheitsbauten wie man sie überall in Asien sieht. Und nicht zu übersehen: Der Kulturpalast. Laos ist auch heute noch kommunistisch.

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Immer wieder stossen wir auf Fahrzeuge und Informationen der Mines Adisory Group. Eine NGO die sich mit Minenräumung befasst. Laos hält den traurigen Rekord das am meisten bombardierte Land der Welt zu sein und auch heute noch liegen tonnenweise unexplodierte Bomben in den Feldern. Im Schnitt einmal pro Tag gibt’s damit ein Unglück, lesen wir auf einer Informationsbroschüre.

Wer sich für Textilien interessiert ist hier richtig: Nicht ganz zufällig finden wir mitten in der Stadt in einem prächtigen alten Haus auf ein faszinierendes Projekt, das erst 1991 begonnen wurde: Laotische Frauen produzieren nach ihren traditionellen Methoden Tücher – mit traditionellen aber auch mit leicht modernisierten Mustern. Gegründet wurde es von der US Amerikanerin Carol Cassidy.

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Vientiane ist entlang dem Mekong gebaut und auf dem hohen Flussdamm lässt sich abends trefflich flanieren. Der Damm ist nötig, denn während der Regenzeit ist das Niveau einige Meter höher. Der Fluss hat Niedrigwasser. Verführerisch wäre eine Weiterfahrt per Boot: Reiseführer und auch das Schweizer Aussenministerium raten von solchen Fahrten ab. Zu gefährlich. Und auch wir nehmen also den Bus.

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Mines Advisory Group - Lao Pages
Carol Cassidy - Lao Textiles.

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Thanaleng Train Station – oder es fährt ein Zug nach nirgendwo (Reisnotizen Laos/Thailand 3)

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Laos hat nur eine Zuglinie. Und auch die ist nur gerade drei Kilometer lang und führt vom thailändischen Nong Khai über den Mekong zu einen Ort namens Thanaleng.

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Nong Khai. Endstation. Wenn der Hauptbahnhof in Bangkok verschlafen wirkt, wie soll man denn die Bahnstation von Nong Khai beschreiben?

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Immerhin eine grössere Stadt im Nordosten Thailands am Mekong gelegen…Ruhig, oder besser: Sehr ruhig, so sehen das auch die Wasserbüffel, die neben den Gleisen grasen und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen.

Eigentlich wollen wir nach Vientiane, das gleich auf der anderen Seite des Mekongs liegen müsste. Der Empfehlung unseres Reisführers und auch verschiedener Internetseite folgend setzen wir unsere Fahrt nach Laos gleich hier mit dem Zug fort und nehmen die Internationale Linie Nong Khai – Thanaleng.

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Es sind nur drei Wagen aber der Zug wartet geduldig, bis auch der letzte Reisende den Zoll passiert hat. Dann geht’s über den Mekong, entlang von Reisfeldern. Nach wenigen Minuten ist Schluss.

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Wir sind am Ziel angelangt: Thanaleng Train Station. Eine Zugstation in der freien Natur. Hier gibt’s keine Anschlusszüge. Wie sollte es auch – wir haben eben die einzige Zugverbindung in Laos benutzt. Für das Visa sind laut unseren Informationen 32 Dollar fällig, wer kein Passfoto hat zahlt zur Strafe nochmals einen Dollar. Die Beamten untersuchen unsere Pässe und lassen uns passieren. Heute ist das Visa gratis. Ob das nur für Schweizer gilt erfahren wir nicht.

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Nein in Vientiane sind wir nicht. Hier ist nur Steppe, hin und wieder ein paar Palmen und Reisfelder. Kein Problem: Taxis warten und in einem kommunistischen Land muss offenbar nicht um Preise gefeilscht werden. 40 Minuten sind es von hier ins Stadtzentrum von Vientiane.

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Mit dem Zug unterwegs nach Laos (Reisenotizen Laos/Thailand 2)

Der schnellste Weg nach Luang Prabang führt über den Flughafen Bangkok. Wir wählen einen langsameren und fahren mit Zug und Bus.

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Die Fahrt beginnt am Hauptbahnhof von Bangkok, der Hua Lamphong Station. Thailand ist definitiv kein Eisenbahnland und im Bahnhof gebaut von einem italienischen Architekten zu Beginn des 20.Jahrhunderts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nur gerade 14 Gleise, eine Handvoll Snack-Läden und ein einziges Restaurant. Nur gerade 130 Züge mit 60 000 Passagieren verkehren hier jeden Tag. Thailand ist – im Vergleich etwa zu Indien, definitiv kein Eisenbahnland.

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Und doch: Der etwas verschlafen wirkende Bahnhof hat seine eigene Magie. Die Haupthalle ist blitzblank und sauber. Viele Passagiere warten auf dem Boden. Wagen und Lokomotiven sind alt und das gilt besonders für unseren Schlafwagen: 2nd Class Non Airconditioned. Nicht aus Sparksamkeit, sondern aus Angst vor unterkühlten Abteilen wählt der kluge Reisende in Thailand die günstigste Variante. Für rund 8 Franken fahren wir eine Nacht von Bangkok bis Nong Kai, an die laotische Grenze. Mit Rollmaterial, das definitiv schon bessere Zeiten gesehen hat...dafür schön langsam..

Die Wagen sind geräumig, Sitzreservationen klappen und schon bald rollen wir zur Stadt hinaus. Oder vielleicht wäre der Begriff schaukeln besser. Es geht schön langsam, immer wieder haben wir Einblicke in die beliebten Nachtmärkte und da und dort Einsicht in die Wohnzimmer in den einfachen Quartieren, die wir durchfahren.

Bald lassen wir die Stadt hinter uns. Eine Angestellte taucht auf, zwar kann sie kein Englisch und wir zuwenig Thai aber es ist doch bald klar: Ob wir essen möchten? - Gleich nebenan ist ein Speisewagen und das Essen würde auch zu unseren Plätzen gebracht. Nicht nötig, dafür kreuzen wir an, was wir zum Frühstück wünschen. Das kostet ein paar Franken. Der nächste Angestellte bringt die Betten in Position. Eins oben, eins unten, vorne einen Vorhang.

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Schlafen kann ich nicht und bin schon bald im Speisewagen. Hier ist Partystimmung. Ein grosser Lautsprecher ist in Position gebracht. Ein einziger Platz an einem Vierertisch ist frei. Dort treff ich einen Briten, der offenbar so etwas wie ein Profi-Traveller ist, ein Deutscher und einen Thai. Man tauscht sich aus, so gut es eben geht. Dann bleibt der Zug stehen. Lok ist kaputt. Macht nichts meint unsere Bahnangestellte. Ersatz aus Bangkok ist unterwegs, dauert nur zwei Stunden. Das Warten tut der Stimmung keinen Abbruch. Ob wir jetzt ein paar Stunden später ankommen – egal. Die Ersatzlok trifft nach einer Stunde ein und wir schaukeln weiter.

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Die weitere Fahrt verläuft ereignislos. Statt zu schlafen lese ich ein Kapitel im Buch „The Piano Tuner“ von Daniel Mason. Die Reise eines Klavierstimmers von London bis an die thailändische Grenze von Burma am Ende des 19.Jahrhunderts. Er reist mit Schiff und Zug…fast wie wir…

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19.02.11

Bangkok: In 20 Jahren von 10 auf 20 Mio Einwohner…(Reisenotizen Thailand/Laos 1)

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Mehr als 20 Jahre sind es her seit unserem letzten längeren Aufenthalt in Bangkok. Die Stadt ist heute kaum mehr wiederzuerkennen.

Symbolisch dazu dieses Bild. Hochhäuser im Kontrast zum Königspalast, fotorgrafiert aus der Hochbahn Sky Train, mit der die Stadt das ständig wachsende Verkehrschaos zu bekämpfen sucht…

Wir landen auf dem erst 2006 eröffneten neuen Flughafen Bangkok Suvarnabhumi, der heute 45 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigt – er arbeitet im 24 Stunden Betrieb und allein ein Blick auf die Destinationen zeigt, dass wir hier in einer anderen Welt sind: Im Minutentakt landen Maschinen aus Kuala Lumpur, Hongkong, Singapur, Taipei, Tokio, Djakarta, Delhi…

Noch neuer als der Flughafen ist die Zugverbindung in die Innenstadt: Eine neue Zugverbindung – Railway Link genannt bringt uns innerhalb von 20 Minuten in die Innenstadt, nur wenige Stationen weiter wäre Bangkok HB, Hua Lampong.

Zu Fuss wären es von hier – Makkasan Station - etwa 20 Minuten in Hotel. Bei 30 Grad feuchter Hitze und unserem Gepäck für drei Wochen wenig zu empfehlen, zumal es bis zur nächsten Kreuzung keine Gehsteige gibt. Ich erinnere mich – 1988 war mir bewusst geworden, dass ein Gehsteig in einer Stadt keine Selbstverständlichkeit ist.
Wohl vertraut ist das Verkehrschaos. Kaum geht die Fahrt los stecken wir auch schon im Stau. Das Hotel kommt bald in Sicht – aber wir sind leider auf der falschen Strassenseite. Also noch weitere 15 Minuten Geduld.
Die Stadt hat seit unserem letzten längeren Aufenthalt einen unwahrscheinlichen Wachstumsschub erlebt und ihre Bevölkerungszahl von 5 auf 10 Millionen verdoppelt. Man stelle sich etwas ähnliches in der Schweiz vor….Zählte die Stadt damals vielleicht ein Dutzend Hochäuser so sind es heute wohl hunderte. Das zeigt schon ein erster, überwältigender Blick aus dem Hotelfenster.

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Bangkok Strassen haben 24 Stunden Stau.

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Und trotzdem gibt es auch ernsthafte Versuche, so etwas wie ein Nahverkehrssystem auf die Beine zu stellen: Dazu zählt neben dem erwähnten Bahnverbindung zum 30 km entfernt gelegenen Flughafen ein kürzlich eröffnete Metro-Linie sowie der am Sukhumvit verkehrende Sky Train, eine Hochbahn ,die ständig ausgebaut wird.

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Dort an der Geschäftsstrasse Sukhumvit entdecken wir auch den Erawan Schrein. Wohl bekannt damals 1988 –die buddhistische Kultstätte existiert in den 50er Jahren und wurde gebaut um einer Serie von Unglücksfällen beim Bau des Erawan Hotels Einhalt zu gebieten.


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Gab es 1988 einige Warenhäuser wie etwa den Central Department Store, dazu eine Handvoll Supermärkte wie etwa da Foodland so ist die Anzahl der Einkaufszentren mindestens für einen Touristen nicht zu überblicken. Ihre Dimensionen sind gigantisch und können es mit den US Kolossen aufnehmen. Wir besuchen das Siam-Paragon nicht ohne Wehmut: Hier stand früher das Hotel Siam Intercontinental mit seinem botantischen Garten…

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Das Siam-Paragon beherbergt den grössten Food-Court von Bangkok und das grösste Aquarium von Südostasien. Im Siam Paragon finden wir mehr Luxusuhren-Läden als an der Zürcher Bahnhofstrasse: Rolex, Breitling, Audemar-Piguet, Cartier…alle sind sie da. Zwar sehen wir keine Kundschaft, aber Läden dieser Art leben bekanntlich nicht vom Massengeschäft. Die Luxus-Läden sind auch ein Hinweis auf die Bedeutung von Bangkok als grösste Wirtschaftsmetropole von Südostasien.


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m vertrauten Ort ist auch das Hauptquartier des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), in einer Seitenstrasse der Hauptachse Sukhumvit. Die zweigeschossigen einfachen Barackenbauten wirken merkwürdig anachronistisch in dieser Hochhauslandschaft. Auch noch zu finden ist das Restaurant Heidelberg, das schon vor 20 Jahren auf die Anwesenheit zahlreicher Deutscher hingewiesen hat. Explosionsartig vermehrt haben sich rundherum die Bar und Entertainment-Betriebe mit eindeutiger Ausrichtung. Und unter den verwahrlosten Menschen an der Strasse würden sich zunehmend auch Westeuropäer finden. Wer meint, die IKRK Delegation habe nach der Repatriierung der kambodschanischen Flüchtlinge nach 1989 (sie kamen ab 1979), keine Arbeit mehr, täuscht sich: Der Süden des Landes ist – von der internationalen Aufmerksamkeit kaum beachtet – sehr unruhig und immer wieder kommt es zu Übergriffen von muslimischen Separatisten. Im Westen des Landes suchen immer wieder Flüchtlinge aus Burma Aufnahme .

Auch die Lage an der kambodschanischen Grenze im Westen ist alles andere als ruhig: Just während unseres Aufenthaltes anfangs Feburar 2011 ereignet sich rund um den Khmer Tempel von Preah Vihear ein Schlagabtausch zwischen thailändischen und kambodschanischen Truppen mit einigen Toten – mehrere Thai Dörfer mit 15 000 Einwohnern werden vorübergehend evakuiert. Der Tempel steht genau auf der Grenze zwischen den beiden Ländern, er ist seit 2008 unter Unesco Schutz. Seine exponierte Lage führt immer wieder zu Auseinandersetzungen. Auslöser war diesmal offenbar die Verhaftung einer Gruppe von Thais durch die kambodschanischen Behörden.
Nur scheinbar ruhig ist auch die innenpolitische Lage. In Thailand stehen sich zwei Gruppen gegenüber: Die ländlich ausgerichteten Rothemden mit ihrem Anführer Thaksin Shinawatra und die urban orientierten Gelbhemden. Der ehemalige Ministerpräsident Thaksin wurde trotz seines Wahlsieges 2006 abgesetzt und musste das Land verlassen. In der Folge kam es zu anhaltenden Protesten seiner Anhänger – unter anderem zu einer wochenlangen Blockade des neuen Flughafens.


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Der Konflikt ist heute alles andere als beigelegt. Das beweisen nicht nur die Anhänger Thaksins, die auch heute noch im Regierungsviertel campieren. Spricht man mit Menschen in Bangkok so hört man die Befürchtung, dass der Konflikt nur vertagt sei. Die grosse Frage, die über dem Land lastet ist nämlich jene nach der Nachfolge des thailändischen Königs Bumiphol Adulyadej

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Ein versöhnlicher Eindruck aus der Stadt zum Schluss:Bangkok wurde ursprünglich entlang des Chao-Phraya Flusses und seiner Kanäle, der sog.Klongs gebaut. Am Fluss liegen heute die grossen Luxushotels wie das Oriental, Shangrila – aber die Klongs haben ihren alten Charme erhalten.

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Wer den Weg hierhin findet erlebt Alltag der Familien am Wasser und spaziert an Küchen und Wohnzimmern vorbei – ein Leben, das sich in einer anderen Zeit und auf einem anderen Planeten abzuspielen scheint.


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Zur Zukunft Thailands ein lesenswerter Artikel aus dem Economist vom März 2010. Tx to Urs Boegli

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16.02.11

Der Zauber von Laos

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Der Zauber von Laos ist für mich in diesem Bild eingefangen. Fotografiert ist es in den Bergen zwischen Vang Vieng und Luang Prabang auf der Fahrt unterwegs zürick nach Vienti

ane. Wir waren sehr früh am Morgen aufgebrochen und konnten dadurch die Morgendämmerung erleben. Sie dauert, wie in allen tropischen Ländern nahe des Äquators, nur kurz. Es war kühl an jenem Morgen und ohne Pullover hielt man es nicht länger als ein paar Minuten aus...

Es lohnt sich übrigens, auf das Bild zu klicken - es ist dann in einer grösseren Auflösung von 2000 mal 1000 Pixel zu sehen. Fotografiert hab ich übrigens mit der neuen, kleinen Lumix GF1

Posted by dominik at 04:28 | Comments (0)