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17.04.11

Nachdenken über (deutsche) Geschichte: Die geretten Götter von Tell Halaf

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"Die geretteten Götter von Tell Halaf" heisst eine Ausstellung, die noch bis zum 14.August 2011 im Berliner Pergamon-Museum zu sehen ist. Sie ist mehr als bemerkenswert, diese Schau über die Auferstehung einer im Krieg zerstörten Sammlung von Skulpturen aus Syrien.

Wer Kunst und Alltagsgegenstände aus der Vorzeit erhalten will, belässt sie am besten im Boden. Dies jedenfalls besagt eine archäologische Binsenwahrheit. Eine etwas zynische Einleitung zu einem kurzen Bericht über eine Ausstellung in Berlin, die sehr nachdenlich stimmt. In jahrelangen aufwendiger Puzzle-Arbeit ist es gelungen, die durch den Krieg zerstörte Kunstsammlung von Max von Oppenheim zu rekonstruieren und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. tell-halaf-paar.jpg


Sein in den 20er Jahren in einer alten Fabrikhallte in Berlin-Charlottenburg eröffnetes Tell Halaf Museum brachte es bald zu internationaler Berühmtheit und wurde auch von bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie etwa Agatha Christie oder Samuel Beckett besucht und beschrieben. Max von Oppenheim - ein Spross der bekannten jüdischen Bankiersfamilie - war erst Diplomat, widmete sich aber schon bald seiner Leidenschaft: Der Archäologie und dem Orient. In Charlottenburg bewohnte er eine Wohnung, die er im orientalischen Stil einrichtete.

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Es kam wie es nicht hätte kommen müssen: Das Museum wurde im Krieg bombardiert, das Löschwasser tat sein Übriges und die eindrücklichen Basaltfiguren, in tausend Stücke zersplitter, schienen hoffnungslos verloren. Immerhin hatte man damals genug Geistesgegenwart und entsorgte sie nicht mit dem übrigen Schutt. Und tatsächlich liess sich ein Teil der Sammlung aus den tausenden von Stücken wieder zusammensetzen. Das Resultat ist nun zu besichtigen. Die Figuren haben nur wenig von ihrem Reiz eingebüsst.

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Die Berliner Ausstellung ist eine doppelte Schau: Eine Schau zum Thema der syrischen Kunst und eine zweite, vielleicht noch wichtigere, zum Thema Vergangenheits-Bewältigung. Denn jede noch so aufwendige Inszenierung kann die vorgängige Zerstörung dieser Werke nicht vergessen machen.

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Zur Website "Die geretetten Götter"

Zur Website "Das Tell Halaf Projekt"

Posted by dominik at 17.04.11 12:34

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