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30.05.10

Taliban in Romainmôtier

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In einem Akt von beispielloser Barbarei haben Kämpfer der Taliban im Jahr 2001 die bekannten Buddha-Statuen aus dem frühen Mittelalter gesprengt. Das Entsetzen war damals gross. Vergessen ging damals wie heute, dass es auch in der westeuropäischen Kultur solche BIlderstürme gegeben hat. Ein aktuelles Beispiel ist zur Zeit in einer Ausstellung in Romainmotier zu besichtigen.

1100 Jahre soll es her sein, seit der Gründung des Klosters in Romainmôtier. Das Kloster wurde in der Reformation zerstört, die Kirche steht noch - sie ist die älteste romanische Kirche der Schweiz. Aus Anlass des Jubiläums wurde eine 3D-Rekonstruktion des zerstörten Klosters gemacht, gleichzeitig werden neben der Kirche Überreste der zerstörten Skulpturen gezeigt.

Der Klosterhof von Romainmôtier ist wohl einer der am besten umgegebrabenen Fundstätten der Schweiz. Nun, offenbar hat es sich gelohnt: Die Ausbeute der Arbeiten, die vor allem im 20.Jahrhundert unternommen wurden, ist zur Zeit zu besichtigen.

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Interessant sind nun die Erlebnisse, die einer der Kuratoren macht: Die Zuschauer würden in der Regel die Schönheit der gezeigten Skulpturen bewundern und auch kommentieren. Dies obwohl die Skulpturen nicht rekonstruiert wurden.

Kaum einer soll hingegen einen Kommentar zur barbarischen Zerstörungsakt gemacht haben. Ist es zu lang her? - Oder geht man davon aus, dass Kunstgegenstände einem natürlichen Zerfall ausgesetzt sind?


Website zum 1100 Jubiläum des Cluny-Klosters von Romainmôtier

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Posted by dominik at 16:20 | Comments (0)

06.05.10

Der tote Afrikaner vom Dettenried

Dettenried ist ein kleiner Weiler im Tosstal. In die Schlagzeilen ist er nun gekommen, weil die Polizei dort Mitte April die Leiche eines Afrikaners gefunden hat.

Der Mann wies zahlreiche Knochenbrüchte auf. Wie ist er ausgerechnet dort zu Tode gekommen? - Dettenried liegt in der Ostanflugschneise des Flughafens Zürich. Der Mann ist möglicherweise aus dem Fahrwerkschacht eines Flugzeuges aus Afrika gestürzt. Wenn er sich dort versteckt hat, war er wohl schon vorher tot. Die Polizei hat beim Toten zahlreiche Knochenbrüche festgestellt.

Es soll schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein, die Identität des Mannes festzustellen. Wo wird er seine letzte Bleibe finden? - Auf dem Friedhof von Weisslingen? - Der Weiler Dettenried gehört zu Weisslingen.

Nur wenige Kilometer von Weisslingen, in Kollbrunn, liegt eines der grössten Durchgangsheime für Asylbewerber. Wer hier ist, hat die gefährliche Reise fürs erste überstanden. Der grösste Teil der Gäste erhält aber kein Asyl. Wie denken die Menschen hier über den toten Afrikaner?

Entschieden werden solche Fälle beim Migrationsamt des Kantons Zürich. Auch von diesem Amt ist in diesen Tagen zu lesen. Mitarbeiter (nur die Männer?) sollen Pornobilder verschickt haben.

Die Geschichte mit den Pornobildern ist mir egal. Sie hilft mir nicht, das Drama der toten und noch nicht toten Afrikaner in unserem Land zu verstehen.

For the record: Ich notiere diese Zeilen in einem Hotel am Strand von Tarifa - im äussersten Süden von Spanien. 35km von der afrikanischen Küste entfernt. Die Fähre nach Tanger fährt jeden Tag mehrmfals. Mit Pass und Kreditkarte könnte ich ohne Probleme dorthin gelangen und mir ein paar schöne Tage in Marokko machen.

Posted by dominik at 18:58 | Comments (0)