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15.02.09
Peter Zeindler zum 75.Geburtstag
Kein Schweizer Autor hat hat sich tiefer mit den Geheimnissen und dem Innenleben von Spionen befasst als Peter Zeindler. In diesen Tagen feiert er seinen 75.Geburtstag. Mit 20 Minuten Podcast des Autors.
Nie hat Peter Zeindlich sich als Sachverständiger für Spionage aufgespielt, obwohl er längst mehr weiss über das Innenleben der Spione - nicht nur im Kalten Krieg. Er hat sich nie als Historiker dafür interessiert, sondern immer als Schriftsteller und aus einer subektiven, einfühlenden Perspektive geschrieben.
Beispielhaft vorgeführt hat Peter Zeindler dies in seiner Rede, die er zum Thema "Mythos Enigma" am 11.November 2008 in Basel gehalten hat. Die Rede ist als Podcast nachzuhören. Ein wichtiger Ausschnitt hier aber schriftlich.
"Spione, wenn sie sich auf feindlichem Territorium bewegen, leben ja meistens auch nicht ihre eigene Biographie, sondern meistens leben sie scheinbar die Biographie einer andern Person weiter, eines Menschen, der entweder nicht mehr lebt, eines normalen oder gewaltsamen Todes gestorben oder irgendwo untergetaucht ist. Ich persönlich habe im Zusammenhang mit meiner Schreibarbeit Spione kennen gelernt – selbstverständlich erst dann, als sie nicht mehr als Agenten tätig waren. (Auch hinter Sembritzki steht ja letztlich auch eine real existierende Person, die für den BND gearbeitet hat) Diese Spione haben auf ihren Missionen nur deshalb überlebt, weil es ihnen gelungen ist, die Legende, die ihnen verpasst worden ist, diese fremde Biographie, mit Leben zu erfüllen, ja selbst in so heiklen Situationen noch, wenn sie sich verliebten und heirateten und der Frau, mit der sie zusammenlebten, nicht ihr wirkliches Leben erzählten, sondern die Biographie eines Fremden, so wie Oedipus’ Mutter ihren eigenen Sohn als Gatten geliebt hat. Und man kann sich ja auch fragen, hat die Frau, die mit einem solchen Mann zusammenlebte, den Mann geliebt, dessen Biographie, dessen Identität sie zu kennen glaubt oder den Mann dahinter, der er ursprünglich war: das Geheimnis, dem sie nachspürte und dessen Lösung wohl auch das Ende der Beziehung bedeuten würde, ein ganzes Stück der eigenen Biographie der Frau in Frage stellen würde – Hier in dieser extremen Situation spiegelt sich die Ambivalenz menschlichen Daseins: Ich bin all das, was du siehst, und alles, was du fürchtest dahinter.“ hat Canetti geschrieben. Das gilt für Iokaste, Oedipus’ Mutter und Gattin und es gilt für die Ehefrauen von unenttarnten Spionen. *
Und hier gehts zu seiner Basler Rede, die als Podcast.
(Aufnahme + Foto Dominik Landwehr - dlandwehr at bluewin.ch)
Posted by dominik at 18:43 | Comments (0)
Ein Wochenende in den kanadischen Rocky Mountains
Total unvernünftig aber machmal zieht es einen halt in die Ferne. Dieses Wochenende zum Beispiel in die kanadischen Rocky Mountains. Optisch doch sehr reizvoll...
Und weil es so schön war hier gleich noch eins
Posted by dominik at 18:18 | Comments (0)
13.02.09
Ein KORG-Synthi für 250 Franken
Das ist schon ein ziemlicher Knüller: Ein richtiger KORG-Synthi aus Jahr 1978 für die Westentasche - als Nintendo DS Game. Komplett für 250 Franken. Seit Frühjahr 08 im Handel, wird es heute von Profis benutzt und geschätzt.
Der KORG DS-10 ist die Simulation des legendären analogen KORG-Synthesizers MS 20, der 1978 auf den Markt kam. Die Simulation lässt sich sehen und wird von der Szene begeistert aufgenommen. Davon zeugen Dutzende von Videos auf Youtube, wo es mittlerweile sogar Video-Lehrgänge für das kleine Ding gibt. Positiv äussert sich auch die Fachwelt. Das Musik-Magazin DEBUG schrieb letztes Jahr dazu:
"Korg stellt zur Musikmesse überraschenderweise KORG DS-10 vor, ein Music Production Studio für Nintendos DS. Mit dabei: zwei patchbare (!), mit je zwei Oszillatoren ausgestattete virtuell - analoge Synths, ein sechsspuriger XOX - Sequenzer und ein Drumsynthesizer, dazu gibt es noch ein Delay, einen Chorus und einen Flanger.
Erhältlich im Fachhandel - zum Beispiel bei digitec.
Hier noch einmal ein etwas wilderes Beispiel mit Michael Foreshaw
Posted by dominik at 09:42 | Comments (0)
07.02.09
Irritierende Ausstellung im Berlin: Kunst im Namen der Sicherheit
"Embedded Art - Kunst im Namen der Sicherheit" - das ist der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 22.März in der Berliner Akademie der Künste zu sehen ist. Die Wahl des Ortes in unmittelbarer Nachbarschaft zu den protzigen Botschafts-Gebäuden der USA, Englands und Russlands ist ein Glücksfall für die ungewöh
Irritierend gleich der Empfang: Man reibt sich die Augen - aber da sitzt tatsächlich eine blonde junge Frau mit in einer schussicheren Weste an der Reception. Und das Ganze erinnert mehr an den Eingang eines Hochsicherheits-Traktes als an ein Museum. Und so gehts weiter: Ein Teil der Ausstellung ist unter dem Boden und nur nach Anmeldung zu besichtigen: Ein Uniformierter führt uns durch die Innereien des Gebäudes zu den Ausstellungs-Räumen: "Sie haben genau zehn Minuten" verkündet er in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet. Später wird er laut hörbar seine Pistole aus dem Schulterhalfter ziehen und laut hörbar entsichern, bevor er sie wieder einsteckt...
Wir sehen Resultate einer Recherche zum Thema Polizei-Übergriffe. Der Raum ist voller Überwachungskameras, immerhin sind sie gut sichtbar angebracht. Und die Bilder der Überwachungs-Kameras werden live in eine Installation übertragen, die im grossen Saal der Ausstellungsräume zu sehen ist...
Im digitalbrainstorming Podcast erklärt der Ausstellungs-Kurator Olaf Arndt die Hintergründe der Ausstellung. Arndt ist Mitglied der Künstlergruppe BBM. BBM steht dabei für "Beobachter der Bediener von Maschinen".
digital brainstorming Podcast mit Olaf Arndt von BBM
Ausstellungsseite "Embedded Art - Kunst im Namen der
Sicherheit"
Literatur:
Olaf Arndt et al.: Embedded Art. Art in the Name of Security. Presentedy by Akademie der Künste Blerin and BBM - Beobachter der Bediener von Maschinen. Berlin 2009. Argobooks
Dietmar Kammeraer: Bilder der Überwachung. Frankfurt 2008. Edition Suhrkamp. (es2550)
Posted by dominik at 16:23 | Comments (0)
02.02.09
Der Chaos-Wissenschafter Otto E.Rössler
Wir treffen ihn zufällig bei einem Do-it-yourself Workshop im Rahmen der Transmediale in Berlin - aber sofort hat er Zeit für uns: Der Wissenschafter Otto E.Rössler.
Charmant, liebenswürdig, bescheiden und witzig: Da sitzt ein älterer Herr an einem Tisch, der mit mit diversen elektronischen Bauteilen voll ist. Die Ambiance scheint ihm zu behagen und im Gespräch erfahren wir, dass der vielseitige Wissenschafter auch einmal ein Radiobastler war.
Otto E.Rössler wurde 1940 geboren, hat ursprünglich Medizin studiert und sich unter anderem mit Evolution, Mathematik und Chaostheorie befasst. Zuletzt machte er 2008 von sich reden. Rössler äusserte die Befürchtung, dass das grosse CERN Experiment die Welt verschlingen könne. Kaum eine Zeitung, eine Radio- oder TV-Station, welche diese Befürchtuntg nicht kolportierte ...
Hier gehts zum Interview mit Otto E.Rössler - Gespräch Dominik Landwehr
Posted by dominik at 21:55 | Comments (0)
Ein Wasserspreicher für die Klangkunst
So was gibts wohl nur in Berlin: Eine Hörgalerie in einem stillgelegten Wasserturm.
Die Hörgalerie Singuhr - zunächst in einer Kirche, deren Spieluhr im Zweiten Weltkrieg weggebombt wurde, nun hier am Prenzlauer Berg. Wunderbar, auch wenn es bei unser Besichtigung eiskalt ist und wir bald ins nächste Kaffee flüchten...
Carsten Seiffarth - der Initiant - erklärt uns Hintergrund und Geschichte und stellt gleich noch zwei seiner Projekte vor: Eins mit dem Berliner Tüflter Martin Riches, der eine mechanische Sprechmaschine erfunden hat und eins, in dem der Musiker Frank Bretschneider den DDR-Syntesizer "Subharchord" spielt.
Die Hörgalerie Singuhr
Bezugsquelle für die Singuhr-DVD: Edition RZ
Und hier gibts noch mehr Bilder
Posted by dominik at 21:23 | Comments (0)
