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26.05.08
John le Carré und das Geheime
Agenten-Romane faszinieren - wohl nicht nur mich. John le Carré ist ein Meister dieses Fachs und bei ihm finde ich eine Stelle, welche zu dieser Faszination einen Schlüssel liefert
"Ich habe mein Versteck so genau beschrieben, weil es für mein heimliches Leben überaus wichtig ist. Niemand, der kein verborgenes Leben geführt hat, vermag nachzuvollziehen, wie süchtig das machen kann. Niêmand, der sich aus der Welt der Geheimdienste zurückgezogen hat oder vor dem sie sich zurückgezogen hat, kann sich fjemals von den Enzugserscheinungen erholen. Die Sehnsucht nach dem heimlichen Leben, eei es religiöser oder geheimdienstlicher Art, wird zuweilen unerträglich. Immer wieder träumt man davon, die geheime Stille möge einem wieder in die Arme schliessen. "
John le Carré: Unser Spiel. Berllin 2006. List. S. 116.
Siehe auch die folgenden Einträge: Eva Horn: Der geheime Krieg.
Faszination Engima
Posted by dominik at 09:31 | Comments (0)
19.05.08
Hier entstand Picassos Wandbild "Guernica"
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Guernica ist der Name einer Stadt, die 1937 im spanischen Bürgerkrieg von der faschistischen deutschen Legion Condor zerstört wurde. Guernica steht auch für eines der berühmtesten Bilder von Picasso. Er malte es in seinem Atelier an der Rue Augustin im Quartier Latin.
Das Haus und das Atelier lassen sich besichtigen - das Haus beherbergt heute eine Primarschule, ein Schild weist auf seinen früheren Bewohner hin. Wir steigen in den Dachstock. Ein grosser Raum, zu unserer Überraschung ist hier nicht einmal besonders viel Licht. Die Fenster geben den Blick auf die Dächer von Paris. Es gibt wohl so etwas wie einen Genius Loci. Ist es wichtig zu wissen, in welchem Atelier ein berühmtes Bild gemalt wurde?
Wikipedia-Artikel "Guernica"
Link zum Bild "Guernica"
Posted by dominik at 08:14 | Comments (0)
Das Rätsel des Labyrinths von Chartres
Das Labyrinth-Motiv im Garten der grossen Kathedrale von Chartres bei Paris. Die Gartengestaltung nimmt das mittelalterliche Labyrinth im inneren der Kathedrale auf, das sich dem Zuschauer nicht so einfach erschliesst.
Die Labyrinth-Darstellung ist nämlich im Fussboden zu finden und dieser ist gewöhnlich von Stühlen verstellt. Aber auch ohne sie, wäre die Darstellung nicht sofort ersichtlich. Wie kommt ein Labyrinth in eine gotische Kathedrale? - Nun, man darf annehmen, dass die mittelalterlichen Gestalter damit eine jenseits-bezogene Metapher in ein Bild fassen wollten. Labyrinthe sind seit der Antike bekannt, besonders beliebt waren sie auch im Mittelalter und eine Labyrinth-Darstellung in einer Kathedrale ist nicht ungewöhnlich, finden sich solche doch auch in Amiens oder im Dom von SIena.
Das Motiv von Chartres taucht in der Umgebung nicht nur im Garten auf, ein Labyrinth-Darstellung findet sich auch auf der Sammelbüchse am Eingang der Kirche...
Mehr zum Thema Labyrinth auf der Seite www.mymaze.de
Posted by dominik at 07:59 | Comments (0)
11.05.08
Die Poesie der Rhododendren
Sie blühen nur einmal im Jahr und auch dies nur für kurze Zeit: Die Rhododendren. Auf also in Seleger Moor im Knonauer Amt. Zu entdecken gibt es neben der Pracht der blühenden Pflanzen auch die Poesie dahinter...
Eine sachliche Information, dem Gartenfreund bestimmt vertraut, für alle anderen aber Poetik pur, zwischen Rainer Maria Rilke und Hugo Ball. Spätromantisch oder dadaistisch - you choose:
"Die Rhododenren sind sehr triebwillig und haben schlafende Augen wie die Rosen."
Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Gleich noch einmal:
"Die Rhododenren sind sehr triebwillig und haben schlafende Augen wie die Rosen."
Wer selber sehen und lesen will: Hier gehts zum Seleger Moor
Posted by dominik at 16:29 | Comments (0)
09.05.08
Mythos Enigma: Buch nun erhältlich
Nun ist es also so weit: Mein Buch "Mythos Enigma" - zugleich auch meine Diss - ist seit wenigen Tagen im Buchhandel erhältlich.
Für den Verlag (Transcript-Bielefeld) hab ich ein kleines Interview gemacht, das eigentlich ganz gut auch in diesen Blog passt.
Bücher, die die Welt nicht braucht". Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
"Mythos Enigma" ist keine trockene Theorie, sondern eine spannende Reise in eine unbekannte Welt: Die Welt der Geheimnisse, der Nachrichtendienste. Das Buch beleuchtet nicht nur eine wenig bekannte Seite der Vorgeschichte des Computers, sondern zeigt mannigfaltige Bezüge zur Gegenwart.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Geschichte der Chiffriermaschine Enigma war mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht zu Ende: Das zweite Leben der Chiffriermaschine begann 1974, mit dem Ende der offziellen Geheimhaltung. Seither hat sich nicht nur eine vielfältige Gemeinschaft von Sammlern, Wissenschaftern und Zeitzeugen entwickelt. Und zudem ist sie Thema von Literatur und Fernsehen und Film.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
"Mythos Enigma" ist ein Beitrag zur Sozial- und Mediengeschichte der Technik des 20. Jahrhunderts, speziell zur Vorgeschichte des Computers. Das Buch ist ein Beispiel für interdisziplinäre Arbeitsweise der Kulturwissenschaft.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit einer Gruppe von neugierigen Jugendlichen, mit pensionierten CIA- und NSA- Agenten, mit Bill Gates und Steve Jobs, mit John le Carrée und Peter Zeindler.
5. Ihr Buch in einem Satz:
"Mythos Enigma": Die Chiffriermaschine ist längst zu neuem Leben erwacht und hat ein Eigenleben entwickelt, das nicht mehr in der Geschichte, sondern ganz in der Gegenwart liegt und uns etwas über uns selber erzählt.
Mehr Infos: www.mythos-enigma.ch
Verlags-Vorschau
Und ausserdem: Enigma-Tag am 8.November im Basel im Rahmen der Veranstaltungsreihe digital brainstorming des Migros-Kulturprozent
Posted by dominik at 07:57 | Comments (0)
04.05.08
Reisenotizen Südfrankreich 3: Austern Kult und Austern-Kultur
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Meine erste Auster hab ich als 16jähriger während eines Urlaubs mit meinen Eltern in der Bretagne gegessen. Seither lässt sie mich nicht mehr los: Austern - das heisst Ferien, Meer, frische Luft...
Und gahz offensichtlich bin ich nicht allein damit: Kein Besuch an der Küste und kein Besuch im Bistro in Paris ohne "Une Douzaine" mit einem oder lieber zwei Gläsern trockenem Weisswein...
Ein bisschen kultig ist es schon, das Austern-Essen. Gerade im Süden, etwa rund um die Hafenstadt Sète wird das Austern-Essen ausgiebig gepflegt. Kein Wundern: Hier wachsen sie, nicht wild, sondern kultiviert, im "Etang de Bouziges", der eigentlich weniger ein Teich als vielmehr ein wenig tiefer Binnensee ist. Ich weiss, die erste Qualität kommt aus der Bretagne und vielleicht muss ich dorthin mal eine kleine Gourmet-Tour unternehmen...
Austern zu essen ist kultig und dabei erinnere ich mich an den schönen Aufsatz des französischen Kulturphilosophen Roland Barthes über das Steak essen, über das rote Fleisch. Auch hier wird ja mehr gegessen als nur Fleisch und genau so ist es wohl auch beim Austern essen: Der Genuss eines "Douzaine" ist Teilhabe am grossen Mythos des Meeres.
Posted by dominik at 12:02 | Comments (0)
Reisenotizen Südfrankreich 2: Denk-Mäler
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Ein unauffälliges Schild im Hafen von Sète: Er erinnert an das Auslaufen des Emigranten Schiffes "Exodus" am 11.Juli 1947. Nein, auch als mehrmaliger Besucher dieser kleiner Stadt hatte ich das nicht gewusst. Und unsere Reaktion zeigt die Wichtigkeit solcher Zeichen, Teil einer umfassenden Erinnerungskultur, die gerade in Frankreich intensiv gepflegt wird.
Das Schiff, das am 11.Juli 1947 mit 4530 jüdischen Emigranten an Bord den Mittelmeerhafen Sète mit Kurs Palästina verliess, hiess eigentlich das eigentlich "President Warfield". Die Emigranten erreichten aber ihr Ziel nicht, das Schiff wurde nach einer erbitterten Auseinandersetzung zurück nach Europa geschickt. Der Skandal um das Flüchtlingsschiff, das auch die Vorlage für den berühmten Roman von Leon Uris lieferte, beeinflusste die Diskussion um die Gründung des Staates Israel vor 60 Jahren. Und meine Informationen, auch dies sei hier gesagt, stammen aus der NZZ am Sonntag (wo irrtümlicherweise Marseîlle als Ausgangspunkt genannt wird) und dem Exodus-Eintrag in der Wikipedia.
Auch dem flüchtigen Reisenden fällt sie auf, die Erinnerungskultur, die hierzulande intensiv gepflegt wird. Besonders stolz ist man in der Gegend von Béziers nicht nur auf den Konstrukteur des Canal du Midi, Pierre-Paul Riquet, sondern auf Jean Moulin, den leitenden Kopf der französischen Résistance: Jeder Ort, jede Stadt hat eine Strasse oder eine Schule, die nach ihm benannt ist.
Jede Dorf, und damit schliesen meine Denkmal-Betrachtungen, hat auch sein Kriegsdenkmal. Immer im Kern des Dorfes und immer mit einer langen Namensliste der Gefallenen der beiden Weltkriege. Öfters erhält man den Eindruck, dass namentlich der Erste Weltkrieg eine ganze Generation ausgelöscht hat.
Posted by dominik at 11:17 | Comments (0)
03.05.08
Reisenotizen Südfrankreich 1: Blumenmarkt in Florensac oder: Wie wird man Oliven-Berater?
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Besuch am Blumenmarkt von Florensac - ein kleiner Ort zwischen Béziers und Sète: Es ist durchaus ernst gemeint, was dieser vielfältige Künstler anbietet: Er arbeitet nämlich nicht nur als Literat, sonderen auch als Oliven-Berater. Oléoculteur, wie man hier sagt.
Und eigentlich ist es auch gar nicht ungewöhnlich: Wo Milchwirtschaft überwiegt, gibt es Beratungsdienste für Landwirte und warum soll es solche Beratungsdienste nicht auch für Olivenbauern geben. Nein, ungewöhnlich ist die poetische Art, wie der Künstler - und um einen solchen handelt es sich offensichtlich - seine Dienstleistung anbietet: Venez-me parler de votre olivier! - Erzählen sie mir von ihrem Olivenbaum! - Gerne wäre ich der Einladung gefolgt, nur leider besitze ich keine solchen Bäume.
Der Blumenmarkt von Florensac an diesem warmen Sonntagmorgen Ende April - eine Freude für die Augen und auch wer keine Blumen kaufen kann oder will - wie würden wir sie auch nur heimtransportieren - kommt wunderbar auf die Rechnung....
Posted by dominik at 18:03 | Comments (0)
