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31.03.06

Nachdenkliche Töne von Douglas Rushkoff

Er ist einer der grossen Trend-Gurus der 90er Jahre und als erster den Begriff des "Viralen Marketing" geprägt. In der neuesten Nummer der Zeitschrift "gdi_impuls" gibt es sich nachdenklich und plädiert für eine neue Renaissance der alten Werte. Und übrigens: Rushkoff führt ein lesenswertes Weblog.

Rushkoff beginnt mit einem Paukenschlag - es geht nicht mehr länger darum, den Wandel vorauszusehen:"Die Welt wird sich nicht drastisch wandeln. Der Wandel ist längst vollzogen. Genauer gesagt, stecken wir mittendrin. Wir brauchen keine Trendscouts, es genügt, wenn wir Augen und Ohren aufmachen".

Ging es früher, namentlich in den 90ern darum, für den Wandel bereit zu sein, sich flexibel anzupassen, so plädiert Rushkoff heute für eine andere Haltung:

"Unglücklicherweise denken die meisten von uns, Veränderung sei etwas, womit man Schriftt halten müsse. Auf die enorme Kraft des kulturellen Wandelns reagieren Organisationen oft panisch. Sie legen einen impulsiven Drang an den Tag, rasch zu reagieren...wenn unser Boss gleichermassen von einem Filmstudio oder einer Turnschuhfirma kommen kann, wei kann man dann von uns erwarten, dass wir erkennen, was an unserer Firma einzigartig und sinnvoll ist"

Es braucht eine neue Haltung - Rushkoff nennt sei eine neue Renaissance, Erneuerung vom Kern her. Es geht für ihn um die Rücküberoberung der individuellen Kreativität, der Inhalte. Rushkoff spricht von einer neuen Autorenkultur, die dem Einzelnen einen neuen Spielraum gibt.

Interessant die etwas gar affirmativ geratene Wendung gegen Schluss: Auch die Warenwelt wird sich danach ausrichten. Was zählt ist der soziale Wert der Produkte. Produkte sind Medien, Mittel zum Zweck, ein Medium um mit anderen in Kontakt zu treten, soziale Munition.

Zum Weblog von Douglas Ruhskoff

gdi_impuls

Posted by dominik at 09:01 | Comments (0)

20.03.06

Kultur und Digitalisierung

Welche Folgen hat der Siegeszug der Digitalisierung auf die Kultur und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Kulturförderer?

Was ist mit Digitalisierung gemeint? - Eine tiefgreifende Innovation mit mehreren, miteinander verbundenen Komplexen: Computertechnik, Netzwerke und die daraus entstandenen Medien. Sie sind gleichzeitig technische Systeme und soziokulturelle Praktiken.Diese Innovation findet in einem besonders sensiblen und gewissermassen ?besetzten? Feld statt ? nämlich auf jenem der Produktion von Code und Symbolen, kurz der
Kommunikation. Und es ist gleichzeitig das Feld der Kultur, denn jegliche kulturelle Äusserung des Menschen, sei es Sprache, Ton, Geste und Bild ist eine kommunikative Äusserung

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Posted by dominik at 09:04 | Comments (0)

13.03.06

Besuch beim "Bricoleur Universel" Flo Kaufmann

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In seiner Werkstatt in der Altstadt von Solothurn siehts aus wie bei Daniel Düsentrieb - und die beiden runden Fenster erinnern an die Bullaugen im Tauchboot von Kapitän Nemo: Flo Kaufmann. Er ist fasziniert von Mechanik und Elektronik und versteht sich in beiden Fächern.

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Der 1973 in Solothurn geborene Flo Kaufmann nennt sich selber ?bricoleur universelle? also ?Universalbastler? und gehört zu den originellsten Exponenten der experimentellen Musik in der Schweiz. Als gelernter Elektro-Ingenieur hat er vertieften Zugang und Verständnis für Klänge ? seien sie nun akustisch, elektromechanisch oder elektronisch erzeugt. Kaufmann experimentiert mit besonderer Vorliebe mit Plattenspielern, mit elektronischen Bauteilen und mit Piezo-Tonabnehmern. Er tritt regelmässig in Clubs und an Festival auf, unter anderem auch zusammen mit dem Musiker Chris Marclay. Gleichzeitig ist Kaufmann auch ein wichtiger Fixpunkt für die Vinyl-Szene und betrieb mehrere Jahre lang eines der wenigen verbleibenden Vinyl-Presswerke in der Schweiz.

Interview mit dem Musiker (6 Minuten - 6 MB Download als MP3)

Und hier gehts zur Webpage des Bastlers

Posted by dominik at 15:16 | Comments (0)

10.03.06

Pong - Mehr als Computerspiel Nostalgie - Gespräch mit Andreas Lange

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Ich war im Gymnasium in Zürich und es war Mitte der 70er Jahre, als die ersten Computerspiele in Bars, Restaurant und Spielhallen einzogen. Furchtbar simpel - zwei Balken und ein Punkt. Dazu ein Geräusch, das entfernt an Pingpong erinnert. Ein Gespräch mit dem Pong-Spezialisten Andreas Lange. (6 Minuten)

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Scheinbar einfach und bescheiden, aber Beginn einer neuen Ära. Und heute im Museum. Aber nicht nur das: Pong - Urtyp aller Computerspiele ist zu einem Kultobjekt geworden und gleichzeitig zum Gegenstand einer künstlerischer Auseinandersetzung. Dokumentiert wird das in der Ausstellung "Mythos Pong" des Berliner Computerspiele-Spezialisten Andreas Lange.

Unsere Bilder zeigen zwei dieser Installationen: Zum einen eine Interpretation von Pong in einem dreidimensionalen Gitter. Gespielt wird mit einem Joystick - damit lässt sich eine Fläche in einer Ebene verschieben und der Ball auf die andere Seite reflektieren. Die andere Installation ist ziemlich selbsterklärend: Die ausgelegten Gemüse reflektieren den virtuellen Pingpongball.

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Ich habe mich in der Stuttgarter Ausstellung, die im Würtenbergischen Kunstverein am Schlossplatz zu sehen ist, mit Andreas Lange, dem Initianten der Ausstellung unterhalten.

Download file Interview mit Andreas Lange (6MB - 6 Minuten)

Posted by dominik at 20:45 | Comments (0)

08.03.06

Hardware Hacking: Keine Männersache

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Der Verkäufer im Elektronikladen nebenan habe sich schon an sie gewöhnen müssen, meint die Bieler Künstlerin Iris Rennert lachend. Aber nun sei alles ok und sie ist eine gute Kundin dort.

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Eine interessante Spezialität: Hardware Hackers knöpfen sich Alltagselektronik vor und erwecken sie mit ihren Eingriffen zu neuem Leben. Iris Rennert erklärt warum sie das tut, wie das funktioniert und wie es schliesslich tönt.

Ach ja - und heute bin ich beim Recherchieren darauf gestossen, dass das abgebildete rote Gerät das berühmte "Speak & Spell" von Texas Instruments aus dem Jahre 1978 ist. Das Kinderspielzeug hat eine tolle Karriere gemacht und ist auf zahlreichen Internet-Seiten verewegt. Es wurde, so habe ich gelesen, auch von verschiedenen Pop Gruppen verwendet, so u.a. von Kraftwerk und auch von Depeche Mode, die sogar ein Album unter dem selben Titel veröffentlicht haben.

Eine der Seiten zu diesem legendären Gerät. Auch eine Simulation gibts dazu

Das Interview mit Iris Rennert dauert 9 Minuten - es kann als MP3 (6 MB) heruntergeladen werden.

Download MP3 File (10 Minuten - 6 MB)


Posted by dominik at 22:22 | Comments (0)

04.03.06

Der Walfisch und die Schweiz: Melnitz.

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Onkel Melnitz meldet sich immer dann, wenn man ihn am wenigsten brauchen kann. Dabei ist er doch tot. Schon lange tot. Und eigentlich sollte er schweigen. Tut er aber nicht, jedenfalls nicht im Roman "Melnitz" von Charles Lewinksy.

Statt einer Besprechung oder eigener Gedanken ein Zitat aus dem letzten Kapitel des Buches, überschrieben mit 1945.

"Das Erzählen machte ihn lebendig. Neue Geschichten hatte er mitgebracht, viele neue Geschichten, jede einzelne so tödlich lebendig, dass die alten dagegen verblassten. In der modernen Zeit wird alles größer und besser und effizienter. Sechs Millionen neue Geschichten, ein dickes Buch, aus dem man eine Generation lang würde vorlesen können, ohne sich ein einziges Mal zu wiederholen. Geschichten, die nicht zu glauben waren, schon gar nicht hier in der Schweiz, wo man all die Jahre auf einer Insel gelebt hatte, auf trockenem Boden mitten in der Überschwemmung. Geschichten, die nicht in die Köpfe wollten, nicht hier, wo die Vorräte nie ausgegangen waren. Man hatte zum Kochen sein Feuer angezündet und nicht gemerkt, dass man es auf dem Rücken eines Riesenfisches tat, der sich nur einmal im Wasser wälzen musste oder mit den Flossen schlagen, und schon war man erdrückt und erstickt und ertrunken. Man hatte es nicht gewusst, hier in der Schweiz. Man erfuhr es erst jetzt und hätte es lieber nie erfahren."

Aus: Melnitz. Charles Lewinksy. Zürich 2006. Nagel und Kimche. S.761

Dem gibt es nichts beizufügen. Ein anderer soll das Wort haben. Ein anderer Schriftsteller: Edgar Hilsenrath.

"Und der Wind da draussen, der flüsterte dem Rebben etwas in das Ohr. Und der Rebbe nickte und sagte: ?Ja, du hast vollkommen recht. Die Gojim sind dumm. Sie plündern jetzt unsere Häuser. Und sie graben in unseren Gärten. Und sie glauben, dass wir alles zurückgelassen haben, das wir besassen. Und sie lachen sich ins Fäustchen. Dabei wissen sie nicht, dass wir das Beste mitgenommen haben." ?Was ist das Beste?", fragte der Wind. Und der Rebbe sagte:"Unsere Geschichte. Die haben wir mitgenommen." Und der Wind sagte: ?Aber Rebbe. Das kann doch nicht sein. Die Geschichte der Schtetljuden ist zurückgeblieben." ?Nein", sagte der Rebbe. ?Du irrst dich. Nur die Spuren unserer Geschichte sind zurückgeblieben"

Edgar Hilsenrath in: Jossel Wassermanns Heimkehr

Rezensionen zum Melnitz - u.a. in NZZ und Weltwoche - sind auf der Seite des Autors zu finden.

Beiträge von Radio DRS zum Thema Melnitz

Posted by dominik at 21:42 | Comments (0)

01.03.06

Klanggarten - mehr als eine Metapher?

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Was ist ein Klanggarten? - Eine schöne Metapher oder ein richtiger Garten? - Ein Gespräch mit dem Zürcher Klangkünstler Andres Bosshard, der diesen Begriff geprägt hat.

Download mp3-file: Interview mit Andres Bosshard (6 Min/5.5 MB)

Posted by dominik at 21:17 | Comments (0)