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10.10.05
Herbstmorgen im Tösstal

Hier ist es nun, das Foto, auf das ich gewartet habe: Herbstmorgen im Tösstal. Entstanden heute morgen um 08.30 in der Nähe des Weilers Garten (Gemeinde Zell) auf rund 800 Metern Höhe.

Glück beim ersten Foto. Alle weiteren und späteren Fotos errreichten nie mehr das erste. Macht nichts. Dafür wars ja schön. Die ganze Serie ist übrigens auf meiner Fotogalerie-Seite zu sehen.
Posted by dominik at 21:40 | Comments (0)
09.10.05
Urknall und Mediengeschichte

Von einem ungewöhnlichen Buch ist hier die Rede: "Die Geschichte der Medien. Von der Oblate zum Internet". Autor ist Jochen Hörisch. Das Buch ist nicht irgend eine "wissenschaftliche" Mediengeschichte, sondern ein äusserst originelles und ungewöhnliches Werk. Steht quer zu allem. Kommentar dazu: Unbedingt lesen. Gilt natürlich auch für diesen kleinen Blogeintrag...
Das ist keine Besprechung - nur die Präsentation einer Kostprobe. Wann beginnt die Mediengeschichte? - Eine Testfrage. Bei den Höhlenbewohnern? - Bei den alten Griechen und ihrer epochalen Erfindung, der phonetischen Schrift? - Beim Buchdruck, oder gar bei der Erfindung des Internet? - Weit gefehlt, denn der Blick von Hörisch geht noch viel weiter zurück. Es tönt ein wenig nach Ironie und mit einem Augenzwinkern ist es auch gemeint...:
"Am Anfang war der Sound. Und dieser Sound war so ungeheur, dass wir noch heute sein Echo hören. Das konstante Rauschen, das noch von einem postmodernen Ohr, so es nicht durch Dauersoundproduktion ruiniert wurde, selbst am einsamsten Ort in der stillsten Winternacht zu vernehmen ist, erklären Astrophysiker als Nachhall des Urknalls....vor etwa 12 Milliarden Jahren fing "alles mit einem ungeheuren Getöse an, das sich erst in Jahrmillionen zu dem formte, was Ästheten gerne als "Sphärenharmonie" oder "Sphärenmusik" charakterisieren." S.23.
Jochen Hörisch: Eine Geschichte der Medien. Von der Oblate zum Internet. Frankfurt 2005. Suhrkamp (stb 3629). Mehr Infos als beim Suhrkamp Verlag gibts bei Amazon.de
Und hier die Links
Prof.Jochen Hörisch - Universität Mannheim - Publikationen etc.
Jochen Hörisch Autorenseite bei www.perlentaucher.de
Posted by dominik at 21:46 | Comments (0)
Echo der Zeit

Zum 60jährigen Bestehen der Radiosendung "Echo der Zeit" ist im NZZ Verlag eine Jubiläumsschrift mit CD erschienen. Sie weckt auch persönliche Erinnerungen an Erlebnisse aus den 70er und 80er Jahren. Und nicht nur das: Das "Echo" spielt auch heute in meinem (Medien) Leben eine wichtige Rolle.
Das Radio war in meinere Kindheit (geboren 1958) in den 60er und 70er Jahren das absolute Leitmedium. Das Fernsehen spielte noch kaum eine Rolle. Dafür kam die Neue Zürcher Zeitung dreimal täglich ins Haus und beschäftigte meinen Vater während Stunden. Wenn um halb eins die Nachrichten der Schweizerischen Depeschenagentur im Radio gesendet wurden, hatten wir Kinder zu schweigen. Meine erste Erinnerung ans Echo der Zeit datiert allerdings aus einer späteren Zeit: Ich mag ungefähr 14 Jahre alt gewesen sein und als Schüler der Stiftsschule Einsiedeln einem klar geregelten Tagesablauf unterworfen. Radiohören hatte darin keinen Platz und Fernsehen gabs nur am Sonntagnachmittag. Dabei wechselte Pater Fridolin, der gebieterisch vor einem merkwürdigen Projektoren-Kasten sass dass Programm, sobald ein Werbespot kam, der ihm missfiel. Triumph Werbung gehörte zum Beispiel dazu.
Eines Tages kam mein Klassenkamerad Peter Gehler - er neigte ungefähr ebenso stark dem rechten Spektrum zu wie ich dem linken - prahlend aus den Ferien zurück und berichtete, er hätte jeden Tag das Echo der Zeit gehört und sei infolgedessen nun politisch auf der Höhe. Er hatte mir mindestens diesbezüglich einiges voraus. Nicht nur hatte ich keinen Durchblick, sondern eigentlich überhaupt keine Ahnung. Wenn ich mich mit Politischem beschäftigte, dann mit Theorie, vorwiegend der marxistisch-leninistischen. Ich verstand zwar nicht viel, immerhin genug um zu merken, dass es wenig gab was meine Eltern und Lehrern mehr ärgerte als das - und diese insgeheime Feststellung war Motivation genug, darin fortzufahren. Das mag aus heutiger Sicht extrem witzig und überspitzt klingen - die ideolgische Polarisierung in der Zeit des Kalten Krieges war aber enorm hart und nicht wenige unserer Pädagogen verstanden sich als Speerspitze im Kampf gegen den Kommunismus.
Meine nächste Begegnung mit dem Echo datiert aus den frühen 8oer Jahren: Ich hatte eben meine ersten Gehversuche im Journalismus absolviert und war glücklich, im Studio Zürich gelegentlich Aufträge fürs Regionaljournal zu erhalten. Wenn ein Thema mal wirklich wichtig war, dann durfte man einen Beitrag fürs Echo der Zeit daraus gestalten. das erfüllte uns damals mit Stolz. In dieser prestigereichen Sendung vorzukommen, zumal noch mit einem selbst vorgetragenen Beitrag, das war fast das höchste der journalistischen Gefühle. Und wenn tags darauf sich eine Zeitung darauf berief, dann wars noch besser. Dem konnte man natürlich auch etwas nachhelfen, etwa indem man einen Kollegen (Frauen gab es damals recht wenige im politischen Journalismus) im voraus anrief. Besonders gut funktionnierte das wenn das Zitat über eine Nachrichtenagentur kam. Nicht die langweilige Schweizerische Depeschenagentur, sondern die kleine und freche ddp, die später von der Associated Press AP übernommen wurde...auch dort hatten wir Freunde. Zürich war damals wie heute keine richtige Stadt, schon eher ein Dorf mit höchst überschaubaren Verhältnissen. Vor Bern hatte man einen gewissen Respekt aber irgendwie lächelten wir auch über die Büromenschen im Studio Bern mit ihren Sitzungen und ihren ernsten Mienen...
Und heute: Das "Echo" gehört zu meinem Tagesablauf. Wenn immer möglich versuche ich es so einzurichten, dass ich zu Sendebeginn um 18.00 oder um 19.00 zuhause bin. Das Kochen dauert bei mir genau 45 Minuten - ungefähr so lange wie die Sendung. Und dass es die Sendung auf dem Internet gibt ist natürlich hervorragend - nur nutze ich das selten. Vielleicht ändert sich das bald, weil man die Beiträge neuerdings auch als Podcast herunterladen kann...
Zum Buch gehört eine CD deren Originaltöne auch im Internet greifbar sind.
Nun also das Buch. Viele alte Bekannte. Ein wichtiger Beitrag zur Schweizer Mediengeschichte, die leider noch sehr wenig verschriftlicht ist. Die Ideen von damals haben gehalten, was sie versprochen haben. Journalismus statt Infotainment. Die Vorbilder kamen und kommen aus England und den USA - BBC und National Public Radio sind einige Stichworte. Das Buch ist von einem Journalisten (Hanspeter Gschwend) geschrieben und auch wenns in eigener Sache ist, gut und profund recherchiert. Dass manchmal die Distanz etwas fehlt, lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn man sozusagen aus dem Innern des Mediums schreibt.
Zwei Bemerkungen zum Schluss: Die Sendung "Echo der Zeit" ist ein Begriff. Das liegt nicht nur an der Qualität - das liegt auch an der Tatsache, dass die Sendung während Jahrzehnten von einem Medium kam, das ein Monopol hatte. Gab es in all den 60 Jahren nur die NZZ und das "Echo der Zeit" - oder hat möglicherweise auch die eine oder andere Regionalzeitung hervorragendes geleistet?
Ach ja - nochwas: Das "Echo" ist alles andere als Mainstream-Journalismus und von daher natürlich auch gefährdet. Norbert Bolz bringt diesen Mainstream-Journalismus sehr schön auf den Punkt indem er schreibt:
"Journalisten müssen Abschied nehmen von ihrem alten Aufklärungsideal. Ein Medienunternehmen ist in erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen. Das größte Problem liegt in den Köpfen der Journalisten selbst: Sie sollten weniger an sich und mehr an ihre Kunden denken. Die entscheidende Frage ist heute: Wie fasziniere ich meine Leser, Zuhörer oder Zuschauer in Zeiten, in denen es unzählige Medienangebote gibt?
Wer mehr darüber nachdenken möchte, der möge sich den Text von Bolz selber zur Brust nehmen. Er findet sich als Interview online in der Telepolis vom 14.12.2004 . Man kann ihn lesen und sich fragen: Hat er Recht? - Man kann ihn aber auch lesen unter der Prämisse: Was muss ich als Medientheoretiker sagen, damit ich wirklich auffalle...
Hanspeter Gschwend: "Echo der Zeit". Weltgeschichte am Radio. NZZ Buchverlag. 48 CHF.
Weitere Einzelheiten.
Radio DRS hat eine eigene Jubiläumsseite eingerichtet.
Und: Zur Internetseite der Sendung
Posted by dominik at 11:08 | Comments (0)
08.10.05
Abendstimmung ob Gyrenbad im Tösstal
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Fotospaziergang im Tösstal mit der Kamera. Abendstimmung im Herbst, noch fehlt der Nebel abends, aber am Morgen ist er da.
Stimmungsvolle Bilder - aber mit Nebel wärs noch schöner. Kontraste durch vorbeifahrend Autos, auf dem Bild stören sie die Idylle nicht, im Gegenteil. Die ganze Serie ist in meiner Fotogalerie zu finden. Absurdes Detail am Rand: Die merkwürdige Wolkenfigur rechts im Bild ist wohl die Dampffahne des Kernkraftwerks von Gösgen, rund 75 km Luftlinie in westlicher Richtung von hier.

So etwa gestern: ich bin kurz nach sechs Uhr mit dem Auto losgefahren um in unserer Gegend einige Fotos beim Eindunkeln zu machen: Ich mag das herbstliche Licht, hätte mir allerdings gerne noch einen Hauch Nebel gewünscht. Allein durch die Dämmerung spazieren und auf nichts als das Licht zu achten, dass sich mit jeder Minute ändert.

Zuerst denkt man, es passiert fast nichts und doch geht es rasend schnell ? bis die Nacht da ist und einem ganz umhüllt. Es ist die richtige Zeit und das richtige Licht um nachzudenken und der Melancholie, die manchmal da ist, auch Platz zu geben
Fotos: Dominik Landwehr.
Hier gehts zur meiner privaten Fotogalerie, und hier zu meiner beruflichen.
Posted by dominik at 23:07 | Comments (0)
