« Juni 2005 | Main | August 2005 »

16.07.05

Die neuen Bilder: Die London Attentäter

Eine neue Kategorie von Bildern erobert unsere Wahrnehmung: Bilder von Überwachungskameras aber auch Bilder aus dem Handy: Hier die totale Überwachung - dort die totale demokratische Fabrikation von Bildern.


terror-in-london-small.jpg



london-attentaeter-small.jpg




Das erste Bild wurde am 14.Juli von Scotland Yard freigegeben. Es zeigt angeblich die vier Attentäter in der Station London Luton. Aufgenommen wurde es wahrscheinlich mit dem famosen CCTV - Closed Circuit TV, einem Überwachungssystem, das die ganze Innenstadt von London erfasst.

Das zweite Bild soll mit einem Handy gemacht worden sein in einer Londoner U-Bahn, Momente nach dem Attentat vom 7.Juli 2005.

Quelle: Öffentlich zugängliche Internet Ressourcen.

london-attentaeter.jpg

terror-in-london.jpg

Posted by dominik at 23:38 | Comments (0)

Sternenjaeger Interview im Thurgauer Rebel TV

Stefan Seydel - von der NZZ liebevoll der "originellste Medien Dissident der Schweiz" genannt - läuft mir gestern über den Weg. Ausgerechnet an der Zürcher Bahnhofstrasse.
dominik-rebel-tv.jpg

Wir nehmen uns ein paar Minuten Zeit - und schon ist ein kurzes Interview aufgenommen, das Stunden später auf seinem Video Blog "rebel-tv" auftaucht: ein Statement vom Sternenjäger.


Nicht genug damit - über die Verknüpfung mit Rocketboom "der Mutter allere Videoblogs" ist unser Mediendissident auch mit den USA verbunden. Und der Sternenjäger - kriegt der nun auch Besuch aus den USA?

Die Einstiegsseite zum Schweizer Video Blog - heisst nun neuerdings Vlog ist http://rebell.tv

Ohne Zweifel: Das ist die Zukunft und ich kann die heitere Erregung von Stefan Seydel ohne weiteres nachvollziehen. Brecht träumte ja schon davon, dass das Radio von einem Distributions- und zu einem Kommunikationsapparat wird. Das machen wir nun mit dem Video

Nächste Schritte:

Sofort eine tolle Schweizer Vlog Community starten. Stefan Seydel erhält den Auftrag. Anfang: Heute! Endlich mal eine richtige Intervention.

Ach ja - was ich noch sagen wollte: Rebel TV berichtet vom Thurgau, vom Bodensee - auch Lake Konschtanz genannt - in alle Welt. Das absolut wahnsinnige daran: Es funktionniert.

Posted by dominik at 09:45 | Comments (2)

09.07.05

Nur weg von hier

Dieses Gefühl vom Weg-Gehen-Wollen. Egal wohin. Und dann das Glück vom Unterwegs-Sein. Eine moderne Droge? - Nirgends mehr hin gehören. Die Erzählung von Franz Kafka gibt genau dies wieder. Geschrieben 1936

?Der Aufbruch? (1936)

Ich befahl mein Pferd aus dem Stall zu holen. Der Diener verstand mich nicht. Ich ging selbst in den Stall, sattelte mein Pferd und bestieg es. In der Ferne hörte ich eine Trompete blasen, ich fragte ihn, was das bedeute. Er wußte nichts und hatte nichts gehört. Beim Tore hielt er mich auf und fragte: ?Wohin reitest du, Herr?" ?Ich weiß es nicht", sagte ich, ?nur weg von hier, nur weg von hier. Immerfort weg von hier, nur so kann ich mein Ziel erreichen." ?Du kennst also dein Ziel?" fragte er. ?Ja", antwortete ich, ?ich sagte es doch: ,Weg-von-hier`, das ist mein Ziel." ?Du hast keinen Eßvorrat mit", sagte er. ?Ich brauche keinen", sagte ich, ?die Reise ist so lang, daß ich verhungern muß, wenn ich auf dem Weg nichts bekomme. Kein Eßvorrat kann mich retten. Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheure Reise."

Posted by dominik at 10:52 | Comments (1)

06.07.05

Reif sind, in Feuer getauchet...

Reif sind, in Feuer getaucht, gekochet
Die Frücht und auf der Erde geprüfet..."

Der Anfang der Hymne "Mnemosyne" von Friedrich Hölderlin. 1975 habe ich sie ein erstes Mal gelesen. Verstanden? - Kaum. Seither spuken die Worte in meinem Kopf und haben nichts von ihrer Faszination verloren. Was tun? - Weiter denken, weiter lesen, weiter wirken (lassen).

Mnemosyne

Reif sind, in Feuer getaucht, gekochet
Die Frücht und auf der Erde geprüfet und ein Gesetz ist,
Daß alles hineingeht, Schlangen gleich,
Prophetisch, träumend auf
Den Hügeln des Himmels. Und vieles
Wie auf den Schultern eine
Last von Scheitern ist
Zu behalten. Aber bös sind
Die Pfade. Nämlich unrecht,
Wie Rosse, gehn die gefangenen
Element' und alten
Gesetze der Erd. Und immer
Ins Ungebundne gehet eine Sehnsucht. Vieles aber ist
Zu behalten. Und not die Treue.
Vorwärts aber und rückwärts wollen wir
Nicht sehn. Uns wiegen lassen, wie
Auf schwankem Kahne der See.

...

Zitiert nach: Projekt Gutenberg

Posted by dominik at 23:16 | Comments (0)

05.07.05

Friedrich Hölderlin: Rousseau

Kennt er im ersten Zeichen Vollendetes schon,
Und fliegt, der kühne Geist, wie Adler den
Gewittern, weissagend seinen
Kommenden Göttern voraus.

Friedrich Hölderlin - Rousseau. Ein Text, der mich begleitet hat. Wie vielen hätte ich ihn gerne zugerufen - am meisten mir selber.

Rousseau

Wie eng begrenzt ist unsere Tageszeit,
Du warst und sahst und stauntest, schon Abend ists,
Nun schlafe, wo unendlich ferne
Ziehen vorüber der Völker Jahre.

Und mancher siehet über die eigene Zeit,
Ihm zeigt ein Gott ins Freie, doch sehnend stehst
Am Ufer du, ein Ärgernis den
Deinen, ein Schatten, und liebst sie nimmer,

Und jene, die du nennst, die Verheißenen
Wo sind die Neuen, daß du an Freundeshand
Erwarmst, wo nahn sie, daß du einmal,
Einsame Rede, vernehmlich seiest ?

Klanglos ists, armer Mann, in der Halle dir,
Und gleich den Unbegrabenen, irrest du
Unstät und suchest Ruh und niemand
Weiß den beschiedenen Weg zu weisen.

Sei denn zufrieden ! der Baum entwächst
Dem heimatlichen Boden, aber es sinken ihm
Die liebenden, die jugendlichen
Arme, und trauernd neigt er sein Haupt.

Des Lebens Überfluß, das Unendliche,
Das um ihn und dämmert, er faßt es nie.
Doch lebts in ihm und gegenwärtig,
Wärmend und wirkend, die Frucht entquillt ihm.

Du hast gelebt ! auch dir, auch dir
Erfreuet die ferne Sonne dein Haupt,
Und die Strahlen aus der schönern Zeit. Es
Haben die Boten dein Herz gefunden.

Vernommen hast du sie, verstanden die Sprache der Fremdlinge
Gedeutet ihre Seele ! Dem Sehnenden war
Der Wink genug, und Winke sind
Von alters her die Sprache der Götter.

Und wunderbar, als hätte von Anbeginn
Des Menschen Geist das Werden und Wirken all,
Des Lebens Weise schon erfahren,

Kennt er im ersten Zeichen Vollendetes schon,
Und fliegt, der kühne Geist, wie Adler den
Gewittern, weissagend seinen
Kommenden Göttern voraus.

Zitiert nach: Gutenberg Projekt

Posted by dominik at 16:46 | Comments (0)

04.07.05

Ins Stammbuch geschrieben

Wer vom Ziel nicht weiss,
kann den Weg nicht haben

Christian Morgenstern.

Diese Worte hat mir meine Mutter als 10jähriger ins Tagebuch geschrieben. In meinem Kopf hab ichs immer wieder umgedreht und bin heute ganz erstaunt, dass Morgenstern nur in einer Richtung gedichtet hat. Denn immer wieder fragte ich: Wer vom Weg nichts weiss, kann das Ziel nicht haben...

Wer vom Ziel nicht weiss,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;
kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Wer vom Ziel nichts kennt,
kann's doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt
nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit
er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit
nicht bis oben trunken.

Denn zu fragen ist
nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen:
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier.

Zitiert nach Projekt Gutenberg

Posted by dominik at 16:51 | Comments (0)

03.07.05

Mein Technik-Museum

Projekt für einen Text. Er soll "Mein Technikmuseum" heissen und eine Art Technik-Biografie erzählen. Ich habe im Lauf meines Lebens eine Vielzahl von technischen Gerät benutzt. Einige haben sich im Lauf von nur wenigen Jahren stark verändert - andere haben sich kaum verändert. Toaster, Mixer und Autos gehören in diese Kategorie. Radios, Musikabspielgeräte und Computer in die zweite Kategorie. Und übrigens: An meiner Hand trage ich eine Omega Speedmaster Professional. Eine ganz besondere Uhr, die weder über ein Automatikgetriebe noch über ein Quarwerk verfügt. Dafür wurde sie von der Nasa als erste weltraumtaugliche Uhr zertifiziert.

Eine unvollständige Liste der Geräte aus meinem Technikmuseum:
- Das Röhrenradio meiner Mutter. Baujahr ca 1958
- Ein Detektor Radio - selber gebaut ca 1968 (!)
- Eine Flip-Flop Schaltung aus dem Jahr 1970
- Plattenspieler mit Philips Röhrenradio (mono) ca 1966
- das este Transistor Radio unserer Familie - ca 1969
- Ein Kassettenrekorder, ebenfalls Ende 60er Jahre
- Rechenschieber "Faber Castell" 1974
- Taschenrecher Marke Corvus - HP Kopie - mit umgekehrter poln.Notation - 1977
- Mechanische Schreibmaschine "Scheidegger" - ca 1975
- Der erste Homecomputer: Eine Variante des C64 - der sx 64 - 1982
- Spiegelreflex Kamera "Corvina" 1974
- Sony Diktiergerät 1981
- Profi-Tonbandgerät Nagra III von Kudelski mit Sennnheister Mikrophon - benutzt - war 1980 noch im Gebrauch. 1985 stillgelegt...
- Chrifriergerät CD57 von Crypto aus dem Jahre 1958 - ein Geschenk aus dem jahr 2002
- Das Telefon und seine Entfesselung....

Posted by dominik at 15:50 | Comments (0) | TrackBack